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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s2.t2.42

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s2.t2.42

Language
German

c4.s2.t2.42

Abweichungen von dem Schema, die sich selbst wieder durch ihr häufiges Auftreten als so zu sagen regelmässig im zweiten Grade characterisiren, giebt es nur in einem Punkte: statt der ersten Länge des Versausgangs¹ kann eine Kürze erscheinen, wenn es die Schluss-sylbe eines Wortes ist. Bisweilen gehören diese Schluss-sylben zu den vocalisch auslautenden, welche in der Ueberlieferung auch mit langem Vocal erscheinen (wie die Imperativendung -hi u. s. w.): man wird dann bei dem ausserordentlichen Ueberwiegen des langen Vocals an dieser Versstelle in der Ueberlieferung sich zu einer Textänderung wohl hinneigen dürfen¹). Aber im Ganzen sind doch beide Erscheinungen — die kurze Schlussylbe an der bezeichneten Versstelle statt der Länge und das Auftreten gewisser Schlussylben mit langem Vocal statt regelmässiger Kürzen — offenbar von einander zu sondern. An der viertletzten Stelle der Trishtubh erscheinen zahlreiche kurze Sylben — Vocale am Wortende und Vocale unterschiedlos vor schliessenden Consonanten jeder Art —, welche ausserhalb des Gebietes der in der Ueberlieferung als dehnbar anerkannten stehen: und eben in dieser Frage bewährt sich die Ueberlieferung als besonders treu²). Auf der andern Seite kommt die Dehnbarkeit von Sylben wie der Endung -hi an den verschiedensten Stellen aller Versmaasse zur Geltung: das Auftreten der kurzen Endsylbe aber, wie es an der viertletzten Stelle der Trishtubh beobachtet wird, ist eine Erscheinung, die an andern Stellen der vedischen Metra auch nicht annähernd mit der gleichen Häufigkeit wiederkehrt. Wir werden demnach meines Erachtens, ganz unabhängig von der Dehnbarkeit gewisser Schlussvocale, in zweiter Linie sämmtlichen kurzen Endsylben die Fähigkeit zuzusprechen haben, an der viertletzten Stelle der Trishtubh (resp. der fünftletzten der Jagatī) die dort überwiegend erscheinende Länge zu vertreten. Das Wortende ermöglicht eine Pause im Vortrag, welche die Zeitdauer der vorangehenden Kürze so weit dehnte, dass dieselbe den vedischen Verskünstlern für diese Stelle des Verses hinzureichen schien.