Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s2.3
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s2.3
- Language
- German
c5.s2.3
Von den drei leitenden Kategorien der Anukramaṇītexte — Rishi des Hymnus, Gottheit, Metrum — ist es die Gottheit, welche für die Ordnung der Bücher II—VII, das Metrum, welches für diejenige von Buch IX sich in erster Linie maassgebend gezeigt hat. Dass im achten Buche diese beiden Gesichtspuncte, wenn überhaupt, so doch in keinem Fall als die obersten in Betracht kommen können, braucht nicht erst bewiesen zu werden. So liegt es nahe, zu untersuchen, ob hier nicht die dritte jener Kategorien, die Autorschaft der Hymnen, das oberste Princip der Anordnung ergiebt. Dabei ist es nach dem ganzen Character der in der Anukramaṇī erscheinenden Verfassernamen von vorn herein klar — und die Erörterung der in mancher Hinsicht analogen Verhältnisse von Buch X wird es weiter bestätigen —, dass in erster Linie auf die in den Hymnen selbst enthaltenen Daten über die Verfasser Gewicht zu legen ist ¹). Denn in Angaben, welche allein auf der Autorität der Anukramanî beruhen, dürfen allerdings Spuren von Erinnerungen an die gruppenweise Zusammengehörigkeit der Lieder je nach ihren Verfassern wohl erwartet werden, aber in der Regel werden diese Spuren zwischen dem Unkraut thörichter Erfindungen, das in der Anukramanî wuchert, auch nicht mit annähernder Sicherheit erkennbar sein, so lange man sich des Punctes, auf welchen sie hinzeigen, nicht bereits anderweitig bemächtigt hat.