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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s2.4

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s2.4

Language
German

c5.s2.4

¹ Hiermit ist ein wesentlicher Unterschied meiner Untersuchung von derjenigen Bergaigne's (I, 46 fgg.; II, 76 fgg.) bezeichnet. Ich versuche zuvörderst die Liedersammlungen abzugrenzen, welche durch Verfassernennungen im Text selbst als solche characterisirt werden; auf Grund des Aussehens, welches diese Sammlungen zeigen, bemühe ich mich ähnliche Sammlungen auch da wiederzufinden, wo die Verfassernennungen versagen. B. dagegen folgt — wenigstens in dem ersten Theil seiner Untersuchungen — der Anukramanî, die insoweit den rechten Weg zeigt, als sie vielfach durch eben dieselben Angaben des Textes über die Rishis, welche auch wir für entscheidend halten, geleitet wird. Wo aber diese Angaben fehlen, schwindet meist in der Anukramanî der feste Boden; Reihen von Liedern werden aus einander gerissen, die, wenn man sie nach dem Vorbild jener feststehenden Sammlungen untersucht, offenbare Characteristica der Zusammengehörigkeit und Ordnung aufweisen; fast überall macht hier die Anukramanî Gruppen, deren Umfang weit hinter dem der gesicherten Gruppen zurückbleibt, oder sie nimmt in sehr zahlreichen Fällen Einzelhymnen jedes angeblichen Verfassers an und verschiebt dadurch das Aussehen der Sache, welches auf Grund der sicher characterisirten Gruppen erwartet werden müsste. Wenn Bergaigne im zweiten Theil seiner Abhandlungen dem Standpunct der Anukramanî sich freier gegenüberstellt, so gelangt er offenbar vielfach zu richtigerer Abgrenzung der Gruppen; Bedenken, zu welchen die von ihm befolgte Methode trotzdem Anlass giebt, werden unten (S. 219) berührt werden. — Eine weitere Differenz zwischen Bergaigne und mir betrifft die Auflösung der Hymnen in Theilhymnen. Mir scheint, dass die Lieder des achten Buches im Grossen und Ganzen in der Ueberlieferung richtig begrenzt und dass die von einander zu sondernden Strophen Theile dieser Lieder, aber nicht unabhängige Lieder sind; die Indicien, die mir hierauf zu führen scheinen, sind von mir oben S. 137 fg. dargelegt worden. B. erblickt in den Strophen meist selbständige Lieder (vergl. jedoch seine späteren Ausführungen, II, 76 fgg.); dazwischen erkennt er sporadisch bei einzelnen Liedern, bei denen die Kriterien der Einheit besonders hervortreten, diese Einheit an. Ich glaube, dass weiter geführte Untersuchungen ihn auf solche Kriterien noch in viel zahlreicheren Fällen geführt haben würden: seine Resultate, schon jetzt nicht eben durch Einheitlichkeit und Einfachheit überzeugend, würden dann noch deutlicher das Widerstreben des Stoffes gegen die auf ihn angewandte Behandlung verrathen.