Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s5.12.2
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s5.12.2
- Language
- German
c5.s5.12.2
Ebenso wenig scheint in der Autorschaft der Kaṇvas das Band für die im achten Buch vereinigten Materialien liegen zu können. In grossen Gebieten dieses Maṇḍala werden die Kaṇvas nicht erwähnt; an einigen Stellen werden deutlich Sänger aus andern Familien genannt: ganz abzusehen von der Rolle, welche die Kaṇvas auch ausserhalb des achten, in umfänglichen Partien des ersten Buches spielen. Vielleicht führen uns aber eben die Stellen von VIII, an welchen Dichter aus den sonst in andern Maṇḍalas heimischen Geschlechtern auftreten, auf die richtige Spur. Verfasser von VIII, 35—38 ist ein Śyâvâśva, aus dem Hause der Atris. Könnten jene Lieder, ohne sich von ihrer Umgebung abzuheben, in dem Buche der Atris (V) stehen, in dem ja auch Śyâvâśva als Dichtername mehrfach auftritt? Schwerlich: der Ṭricabau von VIII, 35. 38, ausgeprägt in den theilweise durch die Lieder hindurchgehenden, theilweise nach den Ṭricas wechselnden Refrains würde diese Texte im fünften Maṇḍala als Singularitäten erscheinen lassen; im achten sind sie inmitten ähnlich gearteter Umgebungen durchaus an ihrem Platz. Was den Śyâvâśva dieses Buches von dem des fünften unterscheidet, ist also der Gebrauch einer Dichtform, welche auch die Kaṇvas und die meisten übrigen Dichter des achten Buches anzuwenden pflegen: des Strophenliedes, gleichviel ob dasselbe aus Pragâthastrophen oder aus Ṭricas besteht. Die beiden dem Atrigeschlecht gehörigen Hymnen VIII, 73. 74 sind gleichfalls unverkennbare Ṭricalieder.