Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s5.12.3
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s5.12.3
- Language
- German
c5.s5.12.3
Also schon diese wenigen Hymnen der Atris in Buch VIII genügen, um eine Reihe sichrer Beispiele der Strophentheilung zu liefern, während die Atris von Buch V nicht oder doch nur in sporadischen Ausnahmefällen sich des strophischen Baus zu bedienen pflegen. Ebenso ist das einzige sicher characterisirte Gotamalied im achten Maṇḍala, 88, ein Pragâthalied, während sich in dem ganzen Gotamabuch IV kein einziger, in den Gotamapartien von I nur ein einziger Pragâtha findet. Das kann kein Zufall sein. Gewiss wird Niemand daran denken, im achten Buch eine Auslese der Strophenlieder aus der ganzen Saṃhitâ in ähnlicher Art erblicken zu wollen, wie Buch IX eine Auslese der Pavamânalieder ist: einer solchen Auffassung stände eine hinreichende Menge von Ausnahmen jener Art entgegen, welche die Regel keineswegs bestätigen. Aber eine ausgeprägte Vorliebe der Dichter für die Strophenform muss doch mit jenen Momenten, welche die Abgrenzung des achten Maṇḍala beherrscht haben, in irgend welchem Zusammenhang stehen. Kommen die Atris und Gotamas des achten Buches in dieser Hinsicht nicht mit den übrigen Atris und Gotamas, wohl aber mit den im achten Buch sonst hervortretenden Kaṇvas, mit den Vyaṣvas u. s. w. überein, so werden sie allem Anschein nach nicht zu jenen ihren Geschlechtsgenossen, sondern zu diesen dem Stamm nach ihnen fremden Sängern in Beziehungen gestanden haben, welche die gleichartige Handhabung der priesterlichen Poesie erklären.