Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s5.12.4
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s5.12.4
- Language
- German
c5.s5.12.4
Also nicht direct das Geschlecht der Sänger, auch nicht direct die Liedform war das Entscheidende bei der Formirung des achten Maṇḍala, vielmehr die von den übrigen Dichterkreisen gesonderte Stellung einer gewissen Gruppe, oder richtiger mehrerer zusammenhängender Gruppen von Ṛishis, deren Liedern zwar nicht als ausschliessliches aber als vorherrschendes Merkmal die Form der strophischen Composition eigen war. In erster Linie gehörten Kaṇvas diesem Kreise zu und bildeten wohl dessen Mittelpunct. Aber auch einzelne Atris, Gotamas ¹ und Sänger verschiedener kleinerer Familien nahmen an der hier gepflegten eigenthümlichen Dichtweise theil. Und zwischen ihnen allen bestand offenbar eine Gemeinschaft, deren Festigkeit hinter der innerhalb jeder Sängerfamilie der Bücher II—VII herrschenden nicht weit zurückblieb: davon zeugen die zahlreichen durch das ganze Maṇḍala durchgehenden Wiederholungen ähnlicher Wendungen und Verstheile, welche hier genau so wie in den vorangehenden Büchern auftreten. Das Verhältniss jener weiteren, über den Gotrarahmen hinausgehenden Einheit dieses Kreises und der innerhalb desselben stehenden, von einander unterschiedenen, gentilisch begrenzten Gruppen spiegelt sich dann durchaus adäquat in der eigenthümlichen Anordnung des achten Maṇḍala wieder: jenen Gruppen entsprechen die Hymnengruppen, die hier unter Verzichtleistung auf eine durch das ganze Buch hindurchgehende Ordnung in ihrer Besonderheit stehen geblieben sind.