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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s5.42

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s5.42

Language
German

c5.s5.42

Zu ähnlichen Ergebnissen wird man auf Schritt und Tritt geführt, wenn man in irgend einer Richtung die formellen Eigenthümlichkeiten des zehnten Maṇḍala prüft. Unter Vielem sei nur Weniges hier hervorgehoben. In der Metrik bedenke man das Zurücktreten der alterthümlichen Pragâthaform, das Zunehmen der Freiheiten im ersten und dritten Pâda der Anushṭubh; auf dem Gebiet des Sandhi die sich häufenden Contractionen, das Seltenwerden des Hiatus, das Vordringen von y und v gegen i und u, gelegentlich sogar gegen hochbetontes i und u; in der Formenlehre Erscheinungen wie das von Lanman beobachtete veränderte Häufigkeitsverhältniss der Nominative auf -âsas zu denen auf -âs u. Aehnl. mehr, die ausschliessliche Beschränkung der Absolutiva mit dem Suffix -tvâya auf das zehnte Buch, die verglichen mit den andern Büchern relativ bedeutende Häufigkeit der übrigen Absolutivbildungen¹) in demselben Buch. Was den Wortschatz anlangt, so verlieren auf der einen Seite zahlreiche alterthümliche Worte im zehnten Buch an Gebräuchlichkeit, auf der andern beschränkt sich das Erscheinen vieler jüngeren²) in significantester Weise entweder ganz auf dieses Buch, oder nicht minder significant auf dies Buch und solche Lieder der andern Bücher, welche sich dort als interpolirt erweisen. Von alten, im zehnten Buch zurücktretenden Worten und Formen sei beispielsweise erwähnt acchâ (im ganzen Ṛigveda 177 mal, davon im zehnten Buch nur 15 mal¹)). Ferner die meisten Formen und Ableitungen von der Wurzel av; ich hebe hervor avasâ mit 7 Fällen in X unter 49 im ganzen Ṛv., avase 10 unter 108, avasyu überhaupt nicht in X, avitâ 4 unter 36, ûtayaḥ überhaupt nicht in X, ûtibhiḥ 3 unter 69, ûtaye 10 unter 87²). Der Locativ pṛitsu³), Adjectiva wie girvaṇas und vicarṣaṇi, das Substantiv vîti (dazu vîtihotra, vîtirâdhas⁴)) fehlen im zehnten Buch, während sie sonst zu den häufigeren Worten gehören; das Verschwinden der Partikel sîm im Atharvaveda bereitet sich im Ṛigveda dadurch vor, dass dies Wort in X nur einmal (im Ganzen 51 mal) erscheint. — Auf der andern Seite seien als Beispiele junger Worte, die allein im zehnten Buch erscheinen, aufgeführt das Verbum labh (dazu sulâbhika), lakṣmî, loman, lohita, vijaya, yajñapati, yajñakâma, yatkâma, yathâkâmam, yathâpûrvam, puṇḍarîka, pushkarasraj⁵), tîkṣṇa, grâmaṇî, grâmya, âjya, kâla, ṣvâpada, saṃjñâna, sarîsṛipa, evam. Nur im zehnten Buch und daneben in Interpolationen der andern Bücher (denen wir in Bezug auf junge Herkunft auch die Vâlakhilyas und solche Lieder wie I, 164 gleichstellen dürfen) findet sich z. B. loka⁶) (als unterschieden von uloka), mṛityu (doch mṛityubandhu auch VIII, 18, 22), mogha, visarga, brâhmaṇá (das Oxytonon), dîrghâyutva, nâ- thita ¹), gup, gopây, chandas ²) (chandasia), purusha (pûrusha)³). Als Worte, unter deren Verwendungsstellen das zehnte Buch und die Anhänge der übrigen Bücher wenigstens in significanter Weise vorherrschen, seien angeführt sarva, virâj, bhagavant, bhû (das Nomen), prâṇa, tapas, sapatna (sapatnî, sapatnahan, asapatna), hṛidaya, strî (straiṇa), die Partikel kila, die Verba hiṃs, grah (im Unterschiede von grabh), har, nah (naddha, nahana, akshânah etc.), kalp. Auch mag, worauf schon Grassmann hingedeutet hat, die Statistik der Pronomina kim und kad beachtet werden: kad erscheint in X 8 mal unter 62 Stellen im Ganzen, kim 28 mal ⁴) unter 92 Stellen: jene ältere Form erscheint also im zehnten Buche nur circa in einem Achtel sämmtlicher Stellen, diese jüngere fast in einem Drittel derselben.

Cites (1)