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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.203

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.203

Language
German

c6.203

In den obigen Untersuchungen sind schon mehrfach Indicien dafür berührt worden, dass die Freiheit und Nachlässigkeit, mit welcher die Ṛigverse in den andern Veden behandelt sind, in den jüngeren Schichten jener Saṃhitâs die Tendenz hat abzunehmen. Hierher gehört das bewusste Zurückkehren zur Ṛigveda-Textgestalt, welches für die Saṃhitâ des weissen Yajurveda gegenüber den Grundtexten der Yajusliteratur characteristisch ist. Hierher gehört ferner das oben S. 273 Anm. 1 von uns berührte, zuerst von Whitney hervorgehobene Seltenerwerden der Abweichungen vom Ṛigveda im zweiten Ârcika des Sâmaveda gegenüber dem ersten: eine erwünschte Bestätigung des aus Erwägungen andrer Art von mir abgeleiteten Resultates, dass die beiden Ârcika »zwei in verschiedenem Sinne und ohne Zweifel zu verschiedenen Zeiten unternommene, in einander keineswegs aufgehende Bearbeitungen zweier Seiten der Udgâtarkunde darstellen« (ZDMG. XXXVIII, 467). Der engere Anschluss des zweiten Ârcika an den Ṛiktext verbindet sich mit anderweitigen Momenten, um in diesem Ârcika eine secundäre Production neben dem ersten erkennen zu lassen. Und wenn, wie Whitney festgestellt hat, diejenigen Verse des ersten Ârcika, die im zweiten wiederkehren, sich von ihrer Umgebung durch eben jene dem zweiten Â. eigenthümliche genauere Uebereinstimmung mit dem Ṛigveda abheben, so lässt uns dies mit voller Sicherheit schliessen, dass ursprünglich diese Verse im ersten Â. in andrer Form, weiter vom Ṛigveda abweichend gestanden haben, und dass dann eine Ausgleichung stattfand, durch welche der jüngere, dem Ṛv. sich genauer anschliessende Styl der Textbehandlung vom zweiten Ârcika her auf diese Verse auch im ersten übertragen worden ist.

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