Pramāṇa · Search · About · API

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.210

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.210

Language
German

c6.210

Eine zweite Hauptquelle von Varianten in Yâjyâ- und Anuvâkyâversen liegt auf rituellem Gebiet. Unter den Gottheiten der Opfer, für die solche Verse anzugeben waren, fanden sich viele seltene oder jüngere, im Rigveda noch nicht vorkommende Götter. Da hier das Auffinden von Rigversen für die Yâjyâs und Anuvâkyâs Schwierigkeit machte²), half man sich theilweise mit neu verfassten Versen ¹), theilweise aber nahm man auch mit Versen des Ṛigveda Aenderungen vor, durch welche sie der beabsichtigten liturgischen Verwendung angepasst wurden. So finden sich die Worte Ṛv. II, 15, 3 sadmeva prâco vi mimâya mànaiḥ Taitt. Saṃh. II, 3, 14, 5 in der Fassung budhnâd agreṇa vi mimâya mânaiḥ; ganz ähnlich hat im achten Vers desselben Ṛigliedes für bhinad valam aṅgirobhir gṛṇânaḥ die Taitt. Saṃh. (a. a. O.) budhnâd agram aṅgirobhir gṛṇânaḥ. Diese übereinstimmende Ausstattung beider Verse mit den Worten budhna und agra verräth die Interpolation deutlich genug, und um die Tendenz derselben zu erkennen, brauchen wir nur die Ausführungen der zugehörigen Brâhmaṇastelle (Taitt. Saṃh. II, 3, 4, 2 fg.) über das Opfer, für das jene Verse bestimmt waren, zu beachten: es ist ein puroḍâṣa »aindra ânushûka«, darzubringen von einem râjanya ânujâvara; »budhnavatî agravatî yâjyânuvâkye bhavato, budhnâd evainam agram pari ṇayati«.

Linked texts (2)