Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.224
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.224
- Language
- German
c6.224
In dieselbe Reihe von Materialien, welche für die sorgfältigere Beachtung der feststehenden Textgestalt in der späteren Saṃhitâzeit characteristisch sind, gehören einige Zeugnisse der Yajurveden über die Sâmantextform gewisser Verse. Wir fanden, dass, wo die Yajustexte einen Rigvers nicht als Yajus aufführen, sondern so zu sagen über ihn in seiner Eigenschaft als Ṛic referiren, eine bemerkenswerthe Annäherung an die im Ṛigveda überlieferte Textgestalt stehend zu beobachten ist. Wird nun da, wo ein Yajustext einen Vers als zum Sâmanvortrag bestimmt erwähnt, der gleiche Anschluss an die in unserm Sâmaveda überlieferte Form zu constatiren sein? So dass also die Yajurveden die Auffassung bestätigen würden, die sich uns anderweitig zu ergeben schien, dass nämlich die Lesarten irgend eines Verses, die wir im Ṛigveda und die wir im Sâmaveda finden, auch in der alten Zeit nicht unterschiedslos im Bewusstsein der vedischen Liturgen durch einander liefen, sondern dass die eine als die fest anerkannte Ṛigform, die andre als die ebenso fest anerkannte Sâmanform ihre Giltigkeit hatte?