Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.62
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.62
- Language
- German
c6.62
Hier giebt der Sv. agne (Voc.), woraus L. den Gen. agné[ḥ] herstellt, der »entschieden älter« sein soll, als die Lesart agnim. Entschieden älter? Und überhaupt älter? Soll die Ueberlieferung wirklich im Unrecht sein, wenn sie nach den Worten preshṭhaṃ vo’ atithim stushe den Dichter fortfahren lässt, ganz wie jeder Unbefangene erwarten muss, und ganz wie I, 186, 3 nach dem Eingang preshṭhaṃ vo’ atithim gṛṇīshe auch fortgefahren wird — agnim? Oder findet L. Anstoss in der Vergleichung des dritten Pāda: den Agni, der kundbar ist wie ein Wagen? Ich will kein Gewicht auf III, 2, 15 legen, wo es von Agni heisst: rathaṃ na citram. Aber auf das Genaueste mit unsrem Verse stimmt II, 2, 3, VIII, 19, 8, welche Stellen für die unsrige um so beweisender sind, als ihre Uebereinstimmung in den Ausdrücken noch über die Vergleichung des Agni mit dem Wagen hinausgeht: mitram iva priyam, mitram na . . . praṣamsiam, praṣamsa-mâno’ atithir na mitriyaḥ. Ludwig ändert an keiner dieser Stellen; warum an der unsrigen? Und was ist der Sinn, den er durch seine Aenderung zu erlangen sucht? »Des Agni Wagen ist natürlich Agni selber« (Bd. IV, S. 389). Also: ich preise den liebsten Gast, der wie des Agni Wagen (d. h. wie Agni selber) zu betrachten ist — mit andern Worten: ich preise Agni, der wie Agni zu betrachten ist. Haben diese Reste ehrwürdigsten Alters, die im Ṛigveda vor uns liegen, keinen Anspruch an das, was sich Kritik nennt, auf etwas Andres und Besseres, als solche achtlose Willkür?
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- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit