Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.31
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.31
- Language
- German
c7.31
Ich meine trotzdem, dass die hier berührten Momente doch zu einer vollständigen Entscheidung der Frage nach dem relativen Alter der beiden Pâthas noch nicht hinreichen. An einem gewissen Punct bleibt eine Lücke in dem Festgestellten übrig. Wenn der Saṃhitâpâtha an unzähligen Stellen Altes, dem Padatext an Dignität der Ueberlieferung weitaus Vorangehendes enthält, weist er doch andrerseits auch, wie wir sahen, eine durchgehende Beeinflussung durch gewisse junge phonetische Theorien auf, welchen zu Liebe der Text weitgreifenden Umgestaltungen unterworfen ist. Können diese jüngeren und jüngsten Phasen der auf den Saṃhitâpâtha gerichteten grammatischen Thätigkeit nicht mit dem Padapâtha gleichaltrig sein, vielleicht aus denselben Werkstätten stammen wie jener? In der That erklärt sich Weber in seinen Untersuchungen über den Padapâṭha der Taittirîya Saṃhitâ (Indische Studien XIII, 2) für die Gleichaltrigkeit. »Die Abfassung der Padapâṭha,« sagt er, »ging vermuthlich mit der Redaction der Saṃhitâ selbst Hand in Hand, war eben auch ein Werk desselben Bedürfnisses; sie bilden gleichsam den ersten authentischen Commentar dazu.« Wenden wir diesen von Weber ausgesprochenen allgemeinen Satz auf den Ṛigveda im Besonderen an, so besagt er, dass die Redaction des Ṛik-Saṃhitâpâṭha durch Śâkalya, den Verfasser des Padapâṭha, selbst oder doch in engem Zusammenhang mit der Thätigkeit des Śâkalya vollzogen sein müsste.
Linked texts (2)
- Taittirīyasaṃhitā — Sanskrit
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit