Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s2.8
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s2.8
- Language
- German
c7.s2.8
Geht nun der bezeichnete, im überlieferten Riktext deutlich hervortretende Gegensatz der verlängerungsfähigen und der stets kurzen Endvocale auf die Zeit der Rishis selbst zurück? Es kann nicht schwer sein, dies festzustellen: wenn beispielsweise avatǎ zur Zeit der Liedabfassung eine andre prosodische Geltung hatte als avatĭ, taratǎ eine andre als taratĭ, so lässt sich erwarten, dass uns das Erscheinen und das Nichterscheinen dieser Worte an bestimmten Stellen der Metra Indicien hierfür liefern wird, welche von etwaigen Irrthümern der Diaskeuasten unabhängig sind. In der That liegen derartige Indicien ganz unzweifelhaft vor. So findet sich nach M. Müller's Wortindex avata im Ganzen an 10 Stellen, darunter fünfmal so, dass der Schlussvocal auf eine Stelle trifft, an welcher die Länge gefordert wird: wo dann der überlieferte Text avatâ giebt. Dagegen avatu hat seine Schlusssylbe unter 15 Fällen nur dreimal an einer derartigen Stelle, und in allen drei Fällen (X, 100, 1; 103, 7; 182, 2) wird das u durch Position lang. Also ganz abgesehen von Diaskeuase und Ueberlieferung galt schon den Liedverfassern selbst dies u nicht in derselben Weise für metrisch verwendbar, wie das auslautende a von avata. — Tarata findet sich an einer von überhaupt nur zwei Stellen mit der durch das Metrum geforderten Verlängerung des Endvocals, tarati im Ganzen an 7 Stellen, darunter viermal so dass das i auf eine Länge des metrischen Schemas trifft: aber an dreien von diesen vier Stellen wird die Länge durch Position bewirkt, an einer (IX, 96, 15) durch die Contraction taratîd, so dass auch hier klar ist, dass tarati für sich allein mit tarata in Bezug auf seine metrische Verwendbarkeit nicht auf einer Linie stand. — Paṣyata hat an einer von 6 Stellen eine durch das Metrum geforderte, an einer andern eine wenigstens der metrischen Neigung entsprechende Verlängerung des Schlussvocals; paṣyati (8 Stellen) verlängert den Schlussvocal nie und steht auch nie an Stellen, die dies veranlassen könnten. Dhâvata (6 Stellen) steht in drei Fällen so dass die Verlängerung des a durch das Metrum nöthig gemacht wird; ausserdem begegnet dhâvatâ einmal, wo die Verlängerung nicht geradezu gefordert ist. Dagegen dhâvati (17 Stellen) und dhâvatu (4 Stellen) finden sich nirgends an einer Stelle des Verses, wo Länge des Schlussvocals verlangt wurde.
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- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit