Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s2.9
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s2.9
- Language
- German
c7.s2.9
Es kann danach kein Zweifel sein, dass bei den »Verlängerungen« eine Eigenschaft der betreffenden Vocale mitspielt, die nicht sowohl von den Textordnern als vielmehr von den Liedverfassern selbst durchaus als eine nur in bestimmten Fällen vorliegende behandelt worden ist. Die sprachgeschichtlichen Zusammenhänge klar zu stellen, in welche dies Verhältnis hineingehört, ist hier nicht unsre Aufgabe; wir haben nur zu constatiren, dass die Ueberlieferung des vedischen Textes in der Scheidung verlängerbarer und nicht verlängerbarer Vocale ein Moment, welches sich mit Sicherheit in die Zeit der Liederdichtung zurückverfolgen lässt, richtig bewahrt hat¹): bewahrt offenbar nicht in der Form einer gewussten Regel — ein derartiges Wissen ist den Diaskeuasten nicht zuzutrauen, und das Prâtiśâkhya zeigt denn auch keine Spur eines solchen —, sondern in dem getreuen Festhalten der richtigen Aussprache an den Stellen, oder doch in der grossen Mehrzahl der Stellen, welche von jenem Gesetz beherrscht werden.