Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s3.19
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s3.19
- Language
- German
c7.s3.19
Die oben erwähnte Substituirung des Kriteriums der Vocallänge in der indischen Theorie, wo vom historischen Standpunct aus von ursprünglichem ns zu reden wäre, erweist sich nun neben den Conjunctivformen noch an einer zweiten Stelle als unzureichend: bei Verbalformen der zweiten Person vom Typus agan, mit ursprünglichem ns hinter kurzem Vocal²). Die Ueberlieferung giebt hier vor Vocalen stets -ann (z. B. ajagann apaḥ III, 9, 2; ahann ahim II, 11, 5; III, 32, 11 etc.), und das Metrum bestätigt die Länge. Aber ist es irgend wahrscheinlich, dass in der That -ans zu -ann und nicht vielmehr zu -aṅ wurde, da in derselben Lage -āns zu -āṅ geworden ist? Die Autorität der Ueberlieferung als solcher kann hier kaum in Betracht kommen. Wir sahen, wie die Regel über nn nach kurzem Vocal ohne die erforderliche Begrenzung aufgestellt und dann als allgemeingiltig in den Text hineincorrigirt worden ist. Wie man mûrdhann asthât für mûrdhan a⁰ sagte, so konnte man auch für ajagañ apaḥ sagen ajagann apaḥ, um so viel mehr, als hier der Einfluss der in den meisten Lagen gleichlautenden dritten Person hinzukam. Wir werden also kein Bedenken tragen, in der zweiten Person die Formen auf -añ herzustellen, welche Endung natürlich, da hinter ihr der in der Schrift nicht ausgedrückte, aus s hervorgegangene Laut anzunehmen ist (S. 427 Anm. 2), die Geltung einer Länge besitzt.
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- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit