Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s3.6
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s3.6
- Language
- German
c7.s3.6
Von diesem Fall, in welchem die Spur des ursprünglichen t hinter n erhalten und dann die betreffende Erscheinung von der Diaskeuase irrig ausgedehnt ist, gehen wir zu einem zweiten ähnlichen über, der nur darin abweicht, dass hier das Metrum nicht mehr zur Controle dienen kann. Nach der in den Prâtiśâkhyen überwiegenden, im Ṛik-Prâtiśâkhya (236) wenigstens als die Ansicht einiger Lehrer angeführten Doctrin wird hinter auslautendem n vor s ein t eingeschoben. J. Schmidt (KZ. XXVI, 349) hat gezeigt, dass dies t nicht als ein physiologisch entwickelter Uebergangslaut aufgefasst werden kann, sondern dass es von den Fällen ausgeht, in denen ursprüngliches nt vorlag; nach dem Muster von agant sumatiḥ ist dann râjant soma gebildet worden. Wann nun diese Verallgemeinerung vollzogen worden ist, scheint mir auf Grund der genauen Analogie der Uebertragung des nn von âpann amṛktam auf mûrdhann asthàt mit grosser Wahrscheinlichkeit beurtheilt werden zu können: da die letztere Vermischung der beiden Fälle nach Ausweis der Metrik dem wahren Ṛiktext fremd ist, wird es auch die erste sein, bei welcher zufälligerweise das Metrum nichts ergiebt; es wird also agant sumatiḥ, aber râjan soma (râjam soma?) geschrieben werden müssen, wie ja neben der Schreibung mit t auch diejenige ohne t indische Autoritäten — die allerdings von der richtigen Abgrenzung der beiden Möglichkeiten nichts wissen — für sich hat.
Linked texts (1)
- Ṛgvedaprātiśākhya — Śaunaka, Sanskrit