Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s5.33
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s5.33
- Language
- German
c7.s5.33
¹ Was den Ursprung der o-Färbung im Fall des -as a- anlangt, so kann man denselben, wenn man Bloomfield's Auffassungen über das Fortleben des grundsprachlichen o nicht theilt, kaum in etwas Anderm finden, als in der Natur des zwischen den beiden a stehenden Kehlkopfverschlusses. — Dass übrigens die Schreibung o die richtige und nicht eine von dem späteren Gebrauch oder der späteren Theorie dem Text aufgedrungene ist, haben wir keinen hinreichenden Grund zu bezweifeln. Roth (KZ. XXVI, 51) hat allerdings einige Fälle zusammengestellt, in welchen er ein â des Samhitâtextes als Contraction von -as a- erklärt; man könnte danach versucht sein anzunehmen, dass das ursprüngliche Product aus der Krasis von -as a- vielmehr â sei, das eben an diesen Stellen zufällig der diaskeuastischen Umgestaltung entgangen sein müsste. Aber von den drei Stellen Roth's scheint mir zunächst die erste ganz auszuscheiden: I, 164, 7 śirṣṇaḥ kṣīrāṃ duhrate gāvo asya vavrīṃ vasānā udakaṃ padāpuḥ. Ich sehe nicht, warum wir hier nicht an der so nahe liegenden traditionellen Auffassung von padāpuḥ als padā apuḥ festhalten können: dass da wo Milch aus dem Kopf herausgemolken wird, man auch mit dem Fuss Wasser trinken kann, ist doch nicht befremdlicher als viele andre Dinge in dem grossen Räthsel-lied. In I, 51, 11 sodann (indro vaṅku vaṅkutarādhi tiṣṭhati) kann sehr wohl der Dual vaṅkutarā vorliegen; ist aber doch der Nom. sing. anzunehmen, so wäre gerade hier eine durch den Einfluss von vaṅkū rein äusserlich hervorgerufene, also für lautliche Fragen bedeutungslose Corruptel besonders leicht begreiflich. Es bleibt nur übrig V, 61, 12, wo in der That hinter śriyādhi, wenn man sich nicht zu gezwungenen Auffassungen entschliessen will, der Nom. plur. śrīyas mit adhi stecken muss. Als Stütze für den allgemeinen Ansatz von -as a- = â ist eine solche vereinzelte Stelle offenbar nicht hinreichend; man wird dieselbe einfach zu emendiren haben (śriyodhi), was in Bezug auf den Accent ohnehin nicht zu vermeiden ist.
Cites (1)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit