Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s5.36
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s5.36
- Language
- German
c7.s5.36
Mir scheint nun, dass in den Schreibungen mit dem Abhinihita Sandhi die Erklärung für die in unsern obigen Erörterungen offen gelassene Frage gesucht werden muss, wie die Diaskeuasten dazu kamen, wohl indra iti aber nicht indra api sondern indro api, agne api zu schreiben. Offenbar sind es die Abhinihita-Schreibungen indropi, agnepi, die den Schlüssel hierzu ergeben. Denn es wird doch wohl kein Zufall sein, dass in den zweisylbigen Schreibungen -e a-, -o a- das (wie die Metrik zeigt, der ursprünglichen Aussprache zuwiderlaufende) e resp. o gerade nur vor dem einzigen Vocal eintritt, welcher auch zu den einsylbigen Schreibungen e, o mit dem Abhinihita Sandhi führen kann. Für die Diaskeuasten war, entsprechend dem Standpunct der jüngeren Zeit, die einsylbige Schreibung (indropi) das zunächst Gegebene. Aber ihnen entging nicht, dass in der vedischen Poesie neben jener und sogar vorherrschend die zweisylbige Schreibung ihr Recht hatte. Wie es nun allerdings kam, dass sie eben hier mit der Anerkennung der zweisylbigen Schreibung Ernst machten, während sie doch für das nicht minder berechtigte -a a-, -i a- durchweg â, -y a- einführten, wird sich kaum ausmachen lassen. Aber die Thatsache, wenn vielleicht befremdend, steht doch fest, dass eben hier das sonst beliebte Zusammenpressen des vedischen Textes auf die möglichst geringe Sylbenzahl maassvoller als anderswo gehandhabt worden ist. Kann es uns da überraschen, wenn die zweisylbigen Schreibungen durch die daneben liegenden, der Auffassungsweise der Diaskeuasten weit homogeneren einsylbigen beeinflusst wurden? Wenn von ihnen das ursprüngliche -ay a-, -as a- vor Allem unter dem Gesichtspunct aufgefasst wurde, dass es eine alterthümliche, zweisylbige Nebenform für das geläufige e, o sei, bei welcher das folgende a- nicht verloren war, wenn sie es also demgemäss als -e a-, -o a- ansetzten? So bietet sich, scheint es, eine Erklärung dieser Schreibweisen als eines reinen Diaskeuastenmachwerks ungezwungen dar¹.