Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s5.8
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s5.8
- Language
- German
c7.s5.8
¹ Wenig glücklich ist die Vermuthung, dass das v in den Fällen wie vâyav â yâhi die Partikel u sei (Bloomf. 18 A. 1). Zunächst sieht eine unter gewissen rein phonetischen Bedingungen sich ebenso unabänderlich wie für die Verstechnik überflüssig einstellende Partikel doch an sich schon recht wenig nach den Vedatexten aus: nach den Diaskeuasten aber auch nicht, denn diese hatten einerseits keinerlei Veranlassung, gegen vâya â und Aehnliches einen Vertilgungskrieg zu führen, da sie doch hṛida â, dama â u. dergl. unbedenklich schrieben; andrerseits würde die Partikel u, wenn sie von der Diaskeuase stehend in den Text gesetzt wäre, dem Padapâṭha aller Wahrscheinlichkeit nach bekannt und verständlich geblieben sein. Es kommt noch ein weiteres entscheidendes Bedenken gegen die Partikel u hinzu: vâya u konnte doch nur entweder uncontrahirt bleiben — dann hätte man aber drei Sylben statt der zwei, welche der Text hier und entsprechend in den ähnlichen Fällen unabänderlich verlangt. Oder es konnte, wenn man will, contrahirt werden — ich für mein Theil freilich würde diese Möglichkeit nur als eine ausnahmsweise gelten lassen; das Regelmässige ist, dass das schliessende a für o den Hiatus behält —: wurde aber contrahirt, so musste offenbar für die Ṛishis so gut wie für die Diaskeuasten das entstehen, was bei atha + u, uta + u etc. unabänderlich entstand, ein Pragṛihya-o (»atho iti«, »uto iti«; vergl. unten S. 456), also eine lange Sylbe, nicht aber die kurze Sylbe av.