Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s5.7
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s5.7
- Language
- German
c7.s5.7
Nichts liegt dann aber näher als die Proportion āu: âv : â = o (d. h. a + u): av : a. Uebrigens hat ja die Ṛik-Ueberlieferung das av für o vor allen nicht-labialen Vocalen noch direct erhalten (vâyav â yâhi aber vâya ukthebhiḥ; Prātiśākhya 132. 135), während vor folgendem u, û das v durch diesen Vocal absorbirt worden ist¹). Aber auch von dem ay — der Vorstufe des a —, welches vor Vocalen einem e vor Consonanten entspricht²), finden sich directe Spuren. So in Sâmans, deren sangbare Textgestalt (in den Gânas) zwar auf der einen Seite von den diaskeuastischen Schicksalen der sonstigen Texte auf das mannichfaltigste berührt ist, andrerseits aber auch nach mehr als einer Richtung wichtiges Altes erhalten hat. Im Text z. B. mehrerer der auf den Vers Sv. I, 97 gesungenen Sâmans lesen wir für śaraṇa â: śaraṇay ô hâi oder śârâṇây â: in welchen liedmässigen Umgestaltungen der Textworte die Grundgestalt śaraṇay â nicht zu verkennen ist. Aehnlich Sv. I, 89 für anîka idhyate: ânîkayâ uvâye dhyâte: wo durch alle Verzierungen die Gestalt anîkay idhyate nicht verdunkelt werden kann. — Sodann möchte ich auf eine Reihe von Stellen aufmerksam machen, an welchen Varianten oder Corruptelen vedischer Texte deutlich auf die Aussprache -ay vor folgendem Vocal hinführen. So steht für rita â (d. h. ṛitay â) jâtam agnim (Ṛv. VI, 7, 1) in der Taitt. Saṃhitâ I, 4, 13, 1 ṛitaya jâtam agnim; für pâvakayâ Ṛv. VI, 15, 5 steht Taitt. Saṃh. IV, 6, 1, 2 pâvaka â (d. h. pâvakay â); für tve¹) â bhûshanti Ṛv. VIII, 99, 2 steht Sv. II, 164 tvayâ bhûshanti; neben tá ǎ vahanti (d. h. tay â vahanti) Taitt. Saṃh. I, 1, 2, 1 haben wir in der Maitr. Saṃh. I, 1, 2 táy ǎ vahante²).
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