Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c8.38
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c8.38
- Language
- German
c8.38
Ist nach alledem noch ein Zweifel übrig, so bleibt, um ihn zu vermindern, kein andrer Weg, als dass wir das Aussehen der in Frage kommenden Textstücke selbst prüfen und zugleich untersuchen, ob der Ort, den sie in der Reihenfolge der Hymnen einnehmen, den Anordnungsgesetzen der Saṃhitā entspricht. Stellen sich die Texte als jung und als die Ordnung verletzend heraus, so ist damit die Möglichkeit, dass sie in irgend einer andern Śākhā als canonisch anerkannt waren, freilich noch immer nicht ausgeschlossen, aber doch wesentlich herabgesetzt: beziehungsweise würde das Ansehen, welches jene Śākhā als Gewährleisterin für die literarhistorische Dignität der in ihr enthaltenen Texte beanspruchen kann, auf ein Niveau herabgedrückt werden, wo sie etwa mit den Khilas unsrer Vulgata rangiren würde. Wir haben übrigens keine Veranlassung, eine Prüfung der bezeichneten Art eben nur auf die Texte zu erstrecken, die unter den Khilas unsrer Vulgata fehlen. So gross oder so gering die Möglichkeit ist, dass ein solcher Text in einer unbekannten Śâkhâ canonische Geltung gehabt habe, genau so gross oder so gering ist dieselbe Möglichkeit auch in Bezug auf die Khilas: denn dass ein Khila der einen Śâkhâ an sich ein vollgiltiges Sûkta einer andern gewesen sein kann, zeigt der Fall des Samjñânasûkta.