Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c9.1
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c9.1
- Language
- German
c9.1
Dass die Sûtras des Âśvalâyana und Śaṅkhâyana jünger sind als die Trennung der Śâkala- und Vâshkalaśâkhâ, braucht kaum erst bewiesen zu werden. Die bekannte Tradition lässt Śaunaka älter sein als Âśvalâyana, und das Werk des Âśvalâyana bestätigt diesen Ansatz durch eine Reihe von Erwähnungen des Śaunaka wie durch seinen Schluss namaḥ Śaunakâya. Śaunaka aber als Verfasser des Prâtiśâkhya, in dessen erstem Verse er als solcher genannt wird, als Verfasser ferner der Anuvâkânukramaṇî ist natürlich jünger als Śâkalya und setzt die Existenz des Śâkalatextes wie des Vâshkalatextes voraus. Śaṅkhâyana auf der andern Seite beschreibt das Studium der Rahasyatexte in einer Weise, die kaum Zweifel darüber lässt, dass damals diese Texte selbst vollständig und abgeschlossen vorlagen¹: in ihnen aber spielen, wie bekannt, die verschiedenen Śâkalyas und deren Speculationen über phonetische Fragen eine hervortretende Rolle. Und über das Alles die Art, wie Âśvalâyana und Śaṅkhâyana an nicht wenigen Orten ihrer Sûtras von der lautlichen Technik des Vedavortrags in ihren Details reden, zeigt, dass die in den Prâtiśâkhyas niedergelegten Subtilitäten damals den Vedakennern längst geläufig waren: auch dies lässt über die jenen Sûtrakâras vorausgehende Fixirung der grossen Textśâkhâs kaum einen Zweifel.