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Altindische Grammatik v2.c7.s2.t13: §§ 97—106: Determinativkomposita (Tatpuruṣas) mit substantivischem Hinterglied

Altindische Grammatik v2.c7.s2.t13

Language
German

§§ 97—106: Determinativkomposita (Tatpuruṣas) mit substantivischem Hinterglied

v2.c7.s2.t13.1

97. a) α) Tatpuruṣas mit beliebigem Substantivum nicht ausgesprochen verbalen Charakters als Hinterglied scheinen in der Grundsprache nur in sehr beschränktem Maße gebildet worden zu sein. In den ersten neun Büchern des RV. sind neben den allerdings zahlreichen auf -pati- -patnī nicht viel mehr als drei Dutzend sicher hergehöriger Komposita nachzuweisen. Dazu stimmt die Seltenheit dieser Bildung im ältesten Griechisch.

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Über die Seltenheit dieser Art von Tatpuruṣas im Griechischen Schroeder Redeteile 222 ff. — In den nach Arnold KZ. 34, 297 ff. ältesten Teilen des RV. („A“) finden sich abgesehen von -pati- sieben solche Kompp. mit nominalem Vorderglied: divo-dāsa- Personenn. devá-kṣatra- „Götterreich“ dru-padá- „Holzpfosten“ nava-jvárā- „neue Leiden“ bāhv-ójasā „mit Kraft des Armes“ mahā-dhaná- „große Beute“ híranya-rathá- „goldbeladner Wagen“. Aus den weniger alten Stücken von RV. I—IX kommen hinzu an Kompp. mit nominalem Vorderglied solche auf -kośa- -janá- -jeṣá- -dina- -piṇḍá- -putrá- -mānuṣa- -meghá- -yūpá- -rájan- -vīrá- -vraja-; die auf -bandhu- können auch als Bahuvrihis gefaßt werden. — Im Padatext des RV. werden die Tatpuruṣa mit -pati- auf dreierlei Weise behandelt (vgl. Richter IF. 9, 217). Als Simplicia werden geschrieben bṛhaspáti- vánaspáti- víspáti- (und -pátnī-), deren Vorderglied in dieser Form eben nicht ein selbständiges Wort sein konnte, aber auch 'gnáspáti- [mit ḥ für s!] und als Kompp. (mit Avagraha vor -pati- -patnī-) gáḥ-páti śúci-páti- ṛtaḥ-pate (Vok.) rādhaḥ-pate (Vok.) und alle mit Einem Akzent (§ 104) außer vis-; alle andern doppelt akzentuierten (§ 103) als zwei Wörter, sogar ráthaḥ | pátiḥ („Wagenherr“), als ob ráthaḥ Nom. sg. wäre. Nach BR. gehört RV. 6, 3, 7d dám | supátnī mit 4, 19, 7d dáṃsu-patnīḥ zusammen, aber vgl. Pischel Ved. St. 2, 101 u. Oldenberg ZDMG. 55, 290.

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β) Doch stammt eben bei páti- pátnī und dem an alter Stelle (in dru-padá-) belegten padá- die Verwendung als Hinterglied aus der Grundsprache. Dies folgt für *padá-* aus den griechischen z. T. sehr altertümlichen Komposita mit *-πεδον* z.B. *δá-πεδον* *κράσ-πεδον*; für *pati-* *patnī* einerseits aus got. *hunda-faþs* (ig. *kntó-pati-s*) und gr. *δεσπότης* *δέσποινα* (aus *\*δέμσ-ποτνjα*), anderseits aus der vorhistorischen Beschaffenheit mancher vor *-pati-* vorkommenden Vorderglieder, wie *dam-* *bṛh-as-* *vanas-* (alle drei als Simplicia gar nicht oder fast gar nicht belegt); besonders lehrreich ist v. *viś-páti-* mit *ś* nach § 55 ba, was zu dem *s* des genau entsprechenden av. *vīs-paiti-* stimmt. — Ebenfalls grundsprachlich sind die Komposita mit *pra-* § 102 b.

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Bartholomae Iran. Grundr. 18 (§ 49, 2) nimmt an, daß indoir. *viś-pati-* durch Angleichung an das Simplex *viś-* für *\*vīs-pati-* eingetreten sei. Aber die *ś*-Laute gingen nicht vor allen Verschlußlauten in *ś*-Laute über. Sicher vor dentalen (I § 202. 236a) und wahrscheinlich (in Anbetracht von av. *saškustəma-* „best lernend“ : ai. *śak-*) vor Gutturalen. Vor Labialen denselben Übergang anzunehmen wird verwehrt durch v. *viśpálā-* n. pr. und nicht gefordert durch die Verwandlung der *ś*-Laute in av. *ź* ai. *ḍ* (I § 149 ba. 236 b) vor den mit *bh-* anlautenden Kasusendungen z.B. *vižibyō* v. *viḍbhíḥ*. Vor diesen Endungen haben sich schon sehr früh Pausaformen eingedrängt (I § 288 b; vgl. bes. Hübschmann KZ. 24, 405 A.). [*viṭ-pati-* übrigens schon TB. 2, 5, 7, 4, vgl. unten § 104 b A.; falsch § 55 ba.] — Vgl. aber auch § 22 c über v. *sát-pati-*, sowie den altertümlichen Sandhi von v. *ducchúnā* „Unheil“ : v. *śunám* Adverb „glücklich“ (I § 113).

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b) Im zehnten Buch des RV. kommen reichlich zwei Dutzend, im AV. reichlich sieben Dutzend weiterer Belege hinzu. Späterhin ist die Fähigkeit solche Komposita zu bilden fast unbeschränkt und wird davon überaus oft auch ohne begrifflichen Unterschied vom parathetischen Ausdruck Gebrauch gemacht (vgl. §§ 8 b. 52 ca).

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*stha-* „stehend“, das in AV. VS. *stha-páti-* „Statthalter, Oberhaupt e. Bezirks“ ep. kl. „Architekt“ [aus W. *sthap-* abgeleitet von Weber Ind. St. 13, 202 f.] enthalten scheint, kommt ähnlich wie die unter a) besprochenen Vorderglieder vedischer Kompp. auf *-pati-* als Simplex nicht vor, sondern bloß als Hinterglied; doch vgl. v. *sthá-* „stehend“. Aber da *stha-* auch begrifflich nicht paßt, sieht Bloomfield Sacr. Books 42, 319 in *sthapáti-* wol mit Recht eine volksetymologische Umgestaltung von av. *šōiθra-paiti-* „Satrap“ [oder e. ähnl. Wort].

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c) Sehr beliebt war dagegen von Anfang an die Bildung von Bahuvrīhis mit substantivischem Hinterglied; daher sind öfters bestimmte Verbindungen zuerst als Bahuvrīhis, später erst als Tatpuruṣas belegt, und wanderten etwa formale Eigentümlichkeiten der Bahuvrīhis zu den Tatpuruṣas hinüber, vgl. § 49. 50.

v2.c7.s2.t13.8

98. a) In Tatpuruṣas, deren beide Glieder substantivisch sind, ist das Vorderglied meist einem Genetiv gleichwertig (P. 2, 2, 8; ṣaṣṭī-samāsa- Kāty. zu P. 7, 4, 60), dient also zur allgemeinsten Qualifikation des Hintergliedsbegriffs. So ergänzt es ein Verhältniswort wie z.B. v. rāja-putrá- „Königssohn“ mṛtyu-bándhu- „Todesgenosse“ und in denen auf -pati-. Es entspricht einem Stoffgenetiv z.B. v. dru-padá- „Holzpfosten“ hiraṇya-rathá- „ein Wagen von —“ oder „voll Gold“; v. deva-kilbiṣá „Vergehen gegen die Götter“ erinnert an den Objektsgenetiv. Und so durch die ganze Literatur.

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Nach Mahlow AEO. 165 wurde ursprünglich überhaupt bei allen Determinativkompp. die Stammform nur in genetivischem Sinne gesetzt und trat zum Ausdruck anderer Verhältnisse die Kasusform ein. Vgl. Jacobi Compos. u. Ns. 2. — Ein abstraktes Eigenschaftswort kann nach P. 2, 2, 11 die Bez. des Trägers der Eigenschaft nicht als Vorderglied vor sich haben, sondern nur im Genetiv z.B. kākasya kārṣṇyam „das Schwarzsein einer Krähe“; doch erlaubt Kātyāyana V. 2 zu P. 2, 2, 8 solche Verbindung bei Bezeichnungen ständiger Eigenschaften z.B. paṭaha-śabda- „der Klang der Trommel“. — Ebenso kann ein Vorderglied nicht im Sinne eines partitiven Genetivs stehen P. 2, 2, 10; doch beachte die Tatpuruṣa, die das Hinterglied in den Bahuvrīhi AGS. 3, 9, 1 sa-ṛṣi-rājanyasya sa-pitṛ-rājanyasya sa-manuṣya-rājanyasya „mit den Rājanyas unter den Rishis, den Vätern, den Menschen“ bilden. — Weiterhin bemerkt Delbrück Vergl. Synt. 3, 202, daß Einzelwesen, welche nur in Einem Exemplar vorgestellt werden, im RV. kaum als Vorderglieder solcher Kompp. erscheinen; v. indra-senā, „Indras Wurfgeschoß“ nach BR., ist nach Geldner Ved. Stud. 2, 1 n. pr.

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b) Seltener ist die Entsprechung mit andern Kasus. Nach den Grammatikern liegt solche vor mit dem Akkusativ der Zeitdauer (P. 2, 1, 29) z.B. kl. muhūrta-sukha- „eine einen Augenblick dauernde Lust“; — mit dem Instrumental vor kalaha- (P. 2, 1, 31), vor artha- (Kāś. zu P. 2, 1, 30) und in Ausdrücken für Mischungen von Brühe mit Mus und von Ingredienz mit Speise (P. 2, 1, 34. 35) z.B. kl. asi-kalaha- „Streit mit dem Schwert“ dhanyārtha- „durch Getreide erworbener Reichtum“, B. dadhy-ódana- „Milchreis“, kl. guḍa-dhānā-ḥ „Getreidekörner mit Zucker“; — mit dem Dativ in Verbindungen, wo das Vorderglied das Fabrikat, das Hinterglied das hiefür verwendete Material bezeichnet (V. 3 zu P. 2, 1, 36) z.B. kl. ratha-dāru „Holz für einen Wagen“, und in einigen sonstigen (P. 2, 1, 36 und V. 3) wie *aśva-ghāsa-* „Pferdefutter“ u. ähnl. (Pat. auch *śvaśrū-sura- hasti-vidhā*) und in denen auf *-bali-* z.B. kl. *rāja-bali-* „Steuer für den König“, vgl. ep. *pādodaka-* „Wasser für die Füße“; — mit dem Lokativ vor *kitava- dhūrta-* „Betrüger“ und *vyāḍa-* „Raubtier“ z.B. kl. *akṣa-dhūrta-* „Betrüger beim Würfelspiel“ (P. 2, 1, 40 und G. *śauṇḍa-*), und in scherzhaften bildlichen Ausdrücken, solchen mit *dhvāṅkṣa-* (P. 2, 1, 42), wie kl. *tīrtha-dhvāṅkṣa-* „Krähe an einem heiligen Badeplatz“ Bez. eines unbeständigen Schülers, und zahlreichen andern (P. 2, 1, 48 und G. *pātre-samita-*) z.B. kl. *uḍumbara-maśaka-* „Mücke an einem Feigenbaum“ (erklärt von Harad. zu P. 2, 1, 48). — Weiteres von der Art § 99.

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Gaṇar. 2, 101 (G. *śauṇḍa-*) führt als lokativisch noch auf die auf *-pradhāna-*, sowie *cakra-bandha-* „in ein Diagramm eingetragene Strophe“ *pṛthivī-praṇava-* „drum in the ground“ *śiraḥ-śekhara- hasta-kaṭaka-*. Analog mit *uḍumbara-maśaka-* nach G. *pātre-samita-* u. Gaṇar. 2, 102—105a: *maṇḍūka-* „Frosch“ hinter *udapāna-* *kumbha- kūpa-*, *kacchapa-* „Schildkröte“ hinter *avaṭa- kūpa-*, *kṛmi-* „Wurm“ hinter *uḍumbara-* (nicht Gaṇar.; Kāś. *udara-*) *vraṇa-*; ferner *nagara-* „Stadt“ vor *kāka- vāyasa- śvan-*, *gṛha-* „Haus“ vor *kalaviṅka- sarpa-*; ferner *ākhanika-baka- kūpa-cūrṇaka-* [nur Kāś.] *piṇḍi-śūra-*.

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c) Doch ist hiemit der wirkliche Gebrauch nicht erschöpft. Insbesondere gibt es manche Fälle, wo die Wiedergabe durch eine einfache Kasusform unmöglich wäre und das Vorderglied überhaupt etwas für den Hintergliedsbegriff Charakteristisches, ihn Unterscheidendes gibt z.B. B. *daśā-pavitrá-* „ein mit Fransen versehenes Seihtuch“, Āpast.Dhs. *sahatva-karman-* „eine gemeinschaftlich zu vollbringende Handlung“ : S. *sahatva-* „Gemeinsamkeit“, kl. *chāyā-taru-* „Schattenbaum“, Megh. 87c *icchā-ratu-* „Liebesgenuß je nach Verlangen“. Hauptsächlich wird vor der Bezeichnung einer Person etwas, was ihr anhängt oder womit sie sich abgibt oder woran sie denkt oder was für sie bedeutsam ist, im Vorderglied genannt. So Samh. *camasādhvaryu-* „der mit den Trinkgefäßen beschäftigte Liturg“ ŚB. *kṣīrá-hotṛ-* „Milch darbringender Hotar“ kl. *ardha-sīrin-* „ein Pflüger, der die Hälfte des Ertrags bekommt“ *gṛhakarma-dāsa-* „Sklave, der Hausgeschäfte zu besorgen hat“ *dharma-patnī-* „rechtmäßige Gattin“. Die Grammatiker führen zahlreiche so gebildete spöttische Ausdrücke an, die der lebendigen Rede, bes. der Schüler und Priesterkreise, angehört haben mögen, wie *śāka-pārthiva-* (V. 8 zu P. 2, 1, 69) „der Gemüsekönig“ d. h. „der gern Gemüse essende“

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*kutapa-sauśruta-* (Pat. zu V. 8 zu P. 2, 1, 69) „der (in eine) Ziegendecke (gehüllte) Sauśruta“ *dāsī-śrotriya-* „der den Sklavinnen nachlaufende Vedastudent“ (Kāś. zu P. 6, 2, 69).

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Pat. aaO. gibt außerdem *ajā-taulvali-* „(der für eine) Ziege (zu kaufende) Taulvali“ *yaṣṭi-maudgalya-* „der Keulen-Maudgalya“; P. 6, 2, 69 gibt für derartige Kompp., wenn das Hinterglied 1) *brāhmaṇa-* 2) *mānava-* oder 3) ein Patronymikum ist oder 4) ein Schülerverhältnis ausdrückt, eine Akzentregel (unten § 106); die Kāś. dazu gibt als Beispiele für 1) *dāsī-b.* *vṛṣalī-b.* „den Sklavinnen“ bezw. „liederlichen Weibern nachlaufender Brahmane“, *bhaya-b.* „bloß aus Furcht sich als B. betätigend“; für 2) *bhikṣā-m.* „Bettelbube“ (vgl. R. und P. *daṇḍa-m.* „den Stock bekommender Schüler, d. h. Anfänger“); für 3) *jaṅghā-vātsya-* (nach Haradatta Bez. eines Nicht-Vātsya, der bei der Fußwaschung der Vātsyas das Bein hinstreckt, als ob er ein Vātsya wäre), *bhāryā-sauśruta-* „der von s. Frau beherrschte S.“, *vaśā-brāhmaḳṛteya-* „der von seiner unfruchtbaren Fraube - herrschte B.“; für 4) *odana-pāṇinīya-* *kambula-cārāyaṇīya-* *kumārī-dākṣa-* und *ghṛta-raudhīya-*, womit die Glieder der betr. Schulen als auf Reis, Wolltuch, junge Mädchen, Butter erpicht bezeichnet werden. Hiezu Siddh. zu P. 2, 1, 60 *deva-brāhmaṇu-* nach Tattvabodhini „die Götter ehrender Brahmane“, Benfey § 656 V die Dramentitel *abhijñāna-śakuntalā* „Erkennungs-Ś.“ *vikramorvaśī-* „(durch) Mut (gewonnene) Urvaśī“. — Kātyāyana V. 8 zu P. 2, 1, 69 erklärt einzelne dieser Verbindungen durch Ausfall eines Mittelglieds; so soll *śaka-* in *śaka-pārthiva-* für *śaka-bhojin-* „Gemüse essend“ stehen. Ähnlich erklärt derselbe V. 4 zu P. 2, 1, 34 *dadhy-odana-* „Milchreis“ durch Ausfall d. Zwischenglieds *upasikta-* oder *saṃsṛṣṭa-*, B. *aśva-rathá-* „von Pferden gezogener Wagen“ kl. *dadhi-ghaṭa-* „Topf mit saurer Milch“ durch Ausfall von *yukta-* bezw. *sampūrṇa-*. Er nimmt dies aber V. 6ff. zurück mit der Begründung, daß sich in solchen Fällen die Beziehung der Glieder von selbst ergebe. Es werde überhaupt nie alles, was zu einem Begriffe gehöre, lautlich ausgedrückt (V. 9 und Pat. dazu, letzterer mit Hinweis auch auf die Gebärdensprache). — Vgl. auch MGS. 2, 4, 1 *pākayajñopacāragnim* bei Knauer p. XLII.

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d) Voranstellung des Determinierten kommt bei kasuellem Verhältnis der Glieder ursprünglich nicht vor. Da aber das Mittelindische unstreitig die Umdrehung kennt, darf sie auch dem spätern Sanskrit nicht von vorn herein abgesprochen werden. Vgl. hochkl. *vāra-bāṇa* neben *bāṇa-vāra-* „Panzer“ eig. „Pfeilabwehr“. Es liegt anscheinend Nachahmung falsch verstandener älterer Komposita zu Grunde; in einzelnen Fällen mag eine parathetische Verbindung mit habituell folgendem Genetiv vereinheitlicht worden sein.

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Pāṇini (2, 2, 31 u. G. *rājadanta-* No. 1 u. 2) faßt so kl. *rāja-danta-* „Hauptzahn“ und *agre-vaṇa-* „Waldrand“. Jenes fällt jedoch unter § 100 gemäß S. *rāja-rṣi-* „Sänger königl. Abkunft“, sowie Saṃh. *rājāśvá-* „starker Hengst“ v. *rāja-yakṣmá-* „Lungenschwindsucht“ eig. „Hauptkrankheit“ und den mit *rāja-* beginnenden Tier- u. Pflanzennamen; vgl. auch Kāś. zu P. 6, 2, 63 über *rāja-kulāla-* „ausgezeichneter Töpfer“ u. dgl., sowie GMeyer Curt. Stud. 5, 63; *agre-vaṇa-* (auch P. 8, 4, 4) eig. „Vorder-Wald“ nebst kl. *agra-pāda-* „Fußspitze“ u. ähnl. (Bollensen Vikram. 164) fällt unter § 101 b; *agra-* hat in Kompp. früh die Bedeutung „Vorder-, vorn“. — Weiteres Bollensen aaO.: kl. *ādi-deva-* „Urgott“ [vgl. *ādi-* sonst], kl. *daṇḍa-kāṣṭha-* „Holzstab“ [„Holz des Stabes“ für „Stab“], Vikr. 4 d *vegānila-* „Windesschnelle“ [vielmehr „heftiger Wind“, gebildet nach *vegāvataraṇa-* u. dgl., wo *vega-* „mit Heftigkeit“ bedeutet], kl. *śabda-brahman-* „Brahmas Stimme“ [nach Ausweis von MU. 6, 22 „das in Worte gefaßte Brahman“, vgl. BhP. *svara-brahman-* BR.]. — Über den Gebrauch im Mi. Bühler ZDMG. 46, 79 (z.B. pr. *valaya-bāhu-* „Armband“ *dasamī-pakkha-* „der zehnte Tag der Monatshälfte“). Pischel Prākrit 407 (§ 603).

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99. a) Wie bei den Komposita auf verbales Hinterglied (und den adjektivischen nach § 95), findet sich auch bei dieser Klasse einige Male Kasusform des Vorderglieds. Aber solche ist hier weniger häufig, und während vor Verbalia hauptsächlich der Akkusativ belegt ist und der Genetiv nur, wo das Hinterglied zu einem den Genetiv regierenden Verbum gehört, findet sich hier der Akkusativ nicht, dafür ist hier entsprechend der rein substantivischen Natur des Hinterglieds der Genetiv am häufigsten.

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Akkusativische Vorderglieder werden mit Unrecht angenommen; von BR. in buddh. *sahām-pati-* (s. unten d); von Leumann Et. Wb. 89 A. in *gān-dhūma-*, von ihm fälschlich aus neup. *gandum* erschlossen. — Über MS. *nṛṃṣ-páti-* siehe d).

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b) Der Genetiv Sg. ist in zahlreichen Beispielen mit *-pati-* „Herr, Gemahl“ belegt: Im RV. *gnás- jás-* zu *gná-* „göttliches Weib“ *jā-* „Familie“; mit Gen.-Endung *-as-* in *bṛhas-páti-* *bráhmaṇas-páti-* „Herr der Opferkraft“ *múnasas-páti-* „Genius des geistigen Vermögens“ *vánas-páti-* „Baum“ (eig. „Holzherr“) *vācás-páti-* „Herr der Rede“ *vástos-páti-* „Genius der Hofstatt“ *śubhás-páti-* „H. des Glanzes“ *sádasas-páti-* „H. des Opfersitzes“; und mit hieraus übertragenem *-spáti-* in *ṛtas-pati-* (nur im Vok.) und *ráthas-páti-* : v. *ṛtá-* „heil. Gesetz“ *rátha-* „Wagen“. — Nach dem RV. kommen hinzu VS. *aṃhasas-patí-* Bez. des Schaltmonats (eigtl. „Herr der Bedrängnis“ v. *aṃhas*), K. *jágatas-páti-* *d.* *l.* „Herr der Welt“, S. *dhármaṇas-pati-* „Herr des Rechtes“, ep. *divas-pati-* „Himmelsherr“ : *div-*, und das wie v. *ṛtas-pati-* *ráthas-páti*- zu beurteilende *vraja-s-pati*- „Herr der Hürden“ Bez. *Kṛṣṇas* im BhP. (Außerdem die Fälle in c) am Ende.)

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van- „Holz“ v. außerdem in *vanám váṃsu*, *bṛh*- Synonym von *bráhman-* („Wuchs“ Hillebrandt Ved. Myth. 1, 408 f. „Höhe“ Richter IF. 9, 220 f.). — Einen alten Genetiv will Richter IF. 9, 221 auch in v. *sádas-páti-* erkennen mit St. *sad-*, wie angeblich in v. *sát-pati-* (§ 22 c). — Über das Weiterwuchern von *-s-páti* richtig Garbe KZ. 23, 490; BR. nehmen solches auch für v. *rádhas-pati-* (nur Vok.) „Herr der Gaben“ an wegen v. *rádhānām pate*; doch hindert nichts darin das v. häufige Neutrum *rádhas* anzuerkennen.

v2.c7.s2.t13.21

Umgekehrt wird vielfach genetivische Herkunft des *s* geleugnet. Nach Bopp 5, 1426 steckt in *divas-pati-* St. *divas-*, nach J.Schmidt KZ. 26, 406 in *jás-pati-* St. *jás*, nach Grassmann svv. u. Macdonell KZ. 34, 294 in v. *vanas- rathas-* die Stämme *vanar-* bezw. *rathar-* (v. *ratharyati* „fährt“) [im Widerspruch zum v. Sandhi, der *s* aus *r* vor nichtdentalen Verschlußlauten nicht kennt § 55 b y A.]. Wieder anders erklärt Bloomfield JAOS. 11 p. V das *s* aus einer ältern Form *spati-* vgl. I § 230 a β A. — Eigentümlich ist v. *gnás-pátnī*, das als Fem. von *gnás-páti-* gebildet wurde, nachdem dessen etymologische Bedeutung vergessen war. Nach BR. ist *gnás-* hier Nom. sg. „göttliches Eheweib“; nach JSchmidt KZ. 26, 406 hat *gnás-* überhaupt sein *s* von *jás-pati-*.

v2.c7.s2.t13.22

c) α) Der Gen. sg. findet sich ferner im RV. in den Personennamen *dívo-dāsa-* (eig. „Knecht des Himmels“) und *śúnaḥ-śépa-* (eig. „Hundeschwanz“ oder „-penis“), woran sich die Personennamen B. *śúnaḥ-puccha-* *śúnas-karṇa-* *śúno-lāṅgūla-* ep. *śúnaḥ-sakhi-* (oder *-sakha-*) anschließen; — in Saṃh. in *rāyas-poṣa-* „Wachstum des Besitzes“ als Vorderglied zu *-dá(van)- -váni-* : v. *rāyas pósa-*; — in B. in PB. *ukṣṇo-randhra-* n. pr. (eig. „Höhle des Ochsen(?)“) : RV. 8, 7, 26b *ukṣṇó rándhram*.

v2.c7.s2.t13.23

Vgl. zum Obigen V. 4 u. 5 zu P. 6, 3, 21. Richter IF. 9, 229. (Irriges Kirste Mél. Harlez 143 f.) — Grassmann KZ. 11, 5 f. erkennt als Vorderglied von *dívo-dāsa-* einen St. *divas-*; vgl. bA. Über die Tmesis *śúnaś cic chépam* (RV. 5, 2, 7a) § 11 b. — TS. 7, 5, 8, 1 *prajápater hṛdayena* u. *sattrásyā rddhyā* N. von Sāman eig. „Herz des Prajāpati“ bezw. „Gelingen des Sattra“ nimmt der Padap. als einheitliche Wörter, und zwar sogar als Simplicia (Weber Ind. St. 13, 57). Unrichtig erklären BR. das Vorderglied des Personenn. PB. *rāyo-vāja-* als Genetiv; *vāja-* kann keinen derartigen Genetiv regieren. Aus Stellen wie RV. 3, 19, 1d *rāyé vājáya*; 4, 12, 3b *vājasya paramásya rāyáḥ*; 4, 8, 7 *asmé ráyaḥ . . sám carantu . . asmé vājāsa īratām* ergibt sich ein Asyndeton bimembre *ráyaḥ-vājáḥ* „Reichtum und Siegesgewinn“ als Grundlage des Namens.

v2.c7.s2.t13.24

β) Kl. in *goṣ-pada-* „Rinderklaue“ P. 6, 1, 145; in *vāco-yukti-* „angemessene Rede“ V. 1 zu P. 6, 3, 21; in gew. Schimpfausdrücken (P. 6, 3, 21) z.B. *caurasya-kula-* „Diebsvolk“, ebenso mit *-putra-* arbiträr *dāsyāḥ-putra-* und *dāsī-putra-* „Sohn einer Sklavin“, *vṛṣalyāḥ-p.-* und *vṛṣali-p.-* „Sohn eines liederlichen Weibes“, wo sich die Vereinigung wol durch den Vokativ vollzogen hat; endlich in Komposita, die ein Verwandtschafts- oder Schülerverhältnis ausdrücken, wenn das Vorderglied durch ein Nomen auf *-ṛ-* gebildet wird (P. 6, 3, 23. 24) z.B. MS. *mātṛ-bhrātṛ-* „Mutterbruder“ kl. *hotur-antevāsin-* „Hotar-Schüler“; und zwar kl. gesetzmäßig außer vor *pati- svasṛ-*, vor denen auch die Stammform zulässig ist z.B. *duhituḥ-* oder *duhitṛ-pati-* „Tochtermann“ *pituḥ-* oder *pitṛ-svasṛ-* (*-svasṛ-*) „Vatersschwester“; *ṛ* vor *-svasṛ-* ist episch belegt.

v2.c7.s2.t13.25

Über *dāsyāḥ-putra-* im Prākrit Böhtlingk Śakuntalā 176. Belegt sind auch kl. *dāsyāḥ-putrī dāsyāḥ-suta-*. Das *ur* in *mātṛ-bhrātṛ-* usw. nicht Genetivendung, sondern Stammauslaut für *ṛ* (I § 25b) nach Verf. KZ. 25, 238 (hiegegen mit Recht Richter IF. 9, 230. Delbrück Vergl. Synt. 3, 43). — Nicht gehören hieher 1) *apo-naptṛ-* und *amuṣya-kula-amuṣya-putra-* *parasya-kula-*, die bei P. 4, 2, 27, bezw. in den Gaṇas *pratijana-* u. *mano jña-* nur wegen daraus zu bildender Ableitungen (§ 9a) aufgeführt werden, und 2) *diśaḥ-* (V. 1 zu P. 6, 3, 21), das vielmehr Nom. pl. ist § 19f.

v2.c7.s2.t13.26

d) Seltener erscheint der Genetiv Plur.: v. *nārā-śáṃsa-* (für **nárāṃ-ś.*) eigtl. „Litanei der Männer“, MS. *nṛṃṣ-* (TB. *nṛṃḥ-*) *-pátibhyaḥ* „den Herren der Männer“ mit *nṛn* für *nṛṇám* gemäß I p. XVII; dazu später Lex. *apām-nātha-* ep. kl. *apām-nidhi- apām-pati- apām-vatsa-* in spezialisierten Bedeutungen: v. *apām* „aquarum“; Pat. zu P. 2, 1, 4 (384, 8) *gavām-sakha-* „Freund der Rinder“ und sp. *gavām-pati-* „Kuhhirt“, Lex. *tviṣām-īśa-* und *tviṣām-pati-* „Sonne“ (eig. „Herr der Lichtstrahlen“), Lex. *dhiyām-pati-* „Seele“ (auch Beiname), kl. *vacasām-pati-* Bez. des Planeten Jupiter; und durch Übertragung des *-ām-pati-* aus obigen in buddh. *sahām-pati-*, Nebenform zu buddh. *sahā-pati-* Bez. Brahmans : Lex. *sahā* „Erde“; vgl. pā. *sujam-pati-* „Gemahl der Sujā“.

v2.c7.s2.t13.27

Daß *nārā-śáṃsa-* auf **nárāṃ-śáṃsa-* beruht, folgt aus *narám ná śáṃsa-* RV. 1, 173, 9b u. 10a. 2, 34, 6b u. *śáṃso narám* 6, 24, 2c (Oldenberg ZDMG. 54, 51). Im Kompositum hat sich der ursprüngliche der starken Stammform entsprechende Akzent von *narám* gehalten; das Eintreten von *nárāś-* für **nárāṃś-* beruht auf dissimilierendem Einfluß der folgenden Silbe *-áṃs-* (Johansson Bidrag 22), wie in frz. *héberger* : d. *Herberge* Grammont Dissim. 19. 22. 24 (*nárā-* fälschlich als Dual Fay JAOS. 16 p. CLXXII). Über die Tmesis von *nārā-śáṃsa-* § 11b. *apām-naptṛ-* bei P. 4, 2, 27 nur als Grundlage von Ableitung. Daß Bezeichnungen von Festen wie ep.

v2.c7.s2.t13.28

gavām ayanam und gavām medhaḥ zu wirklichen Kompp. geworden wären, ist nicht zu erweisen.

v2.c7.s2.t13.29

e) Der Lokativ sg. findet sich, doch nur mit den Endungen -e -i, vorklassisch in (v. asmé-hiti- „Anliegen an uns“) AV. svapne-duṣvapnyá- „übles Träumen beim Schlaf“, Āpast. māsi-śrāddha- „eine allmonatliche Totenspende“ (Bühler ZDMG. 40, 546), KŚS. nāvy-udaka- „Wasser im Schiffe“. — Kl.: in P. pāre-vaḍabā „Stute am Ziel“, Gaṇap. amse- und śīrṣe-bhārika- (neben amsa-śīrṣa-) „der auf der Schulter bezw. auf dem Kopf eine Last trägt“. Dazu Ausdrücke für Steuern bei den Östlichen mit konsonantisch anlautendem Hinterglied (P. 6, 3, 40) z.B. dṛṣadi-māṣaka- „ein Māṣaka (c. best. Geldwert) auf dem Mühlstein“; sowie einige Gruppen offenbar in der lebendigen Sprache beliebter z. T. witzig bildlicher Ausdrücke (P. 2, 1, 44 und 48. 6, 3, 9 nebst G. pātre-samita-; vgl. § 98b) z.B. gehe-vyāḍa- „zu Hause ein Raubtier“ mātari-puruṣa- „gegen die Mutter ein Held“ vane-kimśuka- „im Walde Butea frondosa“ (von Dingen, die man nicht zu treffen erwartet). Vgl. auch P. agre-vaṇa- „Vorderwald“ (§ 98dA.).

v2.c7.s2.t13.30

Die Kāś. zu P. 2, 1, 44 führt als Saṃjñās neben vane-kiṃ suka- noch an vane-bilvaka-, araṇye-tilaka- u. -māṣa-, kūpe-piśācaka- (alle im Plur.); dazu nach G. pātre-samita- nebst Gaṇar. 2, 102-105a noch śūra- „Held“ hinter garbhe- gehe- goṣṭhe- pitari-; goṣṭhe-vyāḍu-, karṇe-curacurā u. -tiṛiṭirā „Ohrenbläserei“. — Wahrscheinlich ist auch pathi- in MGS. pathy-ākṛta- und kl. vor Vokalen z.B. pathy-aśana- „Wegkost“ als Lok. zu betrachten, vgl. § 23 bA. — v. hradé-cakṣuṣ- nach Geldner Ved. St. 1, 273 eigtl. „Aug-im-See“, nach BR. Bahuvrīhi; der Lok. von ka- „Wasser“ in kl. kedāra- „unter Wasser gesetzter Teich“ kenipāta- „Ruder“ nach Foy KZ. 36, 123 A. 124 A. -- Steckt ein Lok. sg. ohne i in v. dām-pati- „Gebieter“ (eigtl. „Herr im Haus“)? Vgl. über dessen Verhältnis zu v. jás-páti- gr. δεσπότης lat. hospes aksl. gospodĭ Benfey KZ. 9, 110 A. Osthoff Perf. 590 ff. Richter KZ. 36, 111 f. Nach Pischel Ved. St. 2, 93 ff. 307 ff. hat dām-pati- gar nichts mit dem Worte für „Haus“ zu tun.

v2.c7.s2.t13.31

f) Seltener ist der Lokativ plur.: ŚB. apsu-ṣomá- „ein mit Wasser gefüllter Becher“ (eigtl. „Soma im Wasser“), kl. apsu-dīkṣā „Wasserweihe“.

v2.c7.s2.t13.32

Betr. v. dámsu-patnī- (dámsu-pátnī?) (BR. als Bahuvrīhi trotz des Doppelakzents „einen wunderkräftigen Herrn habend“; Ludwig Böhm. Sitzgsber. 1893, VI, 156 zu gr. δέσποινα) vgl. § 97aaA. — MS. 2, 7, 15 (97, 6) apsu-ṣádāṃsi zwar besser beglaubigt, aber apsú ṣádāṃsi (mit Sandhi nach I § 207 b) durch den Zusammenhang gefordert.

v2.c7.s2.t13.33

g) Ebenfalls vereinzelt sind der Instrumental: in v. vācá-stena- „Dieb durch Reden, durch R. schädigend“; — und der Dativ: in dem v. Personennamen *dasyave-vṛka* (Vok.) und in kl. *parasmai-pada-ātmane-pada-* (P. 6, 3, 7. 8) „die einem Andern“ bezw. „die dem Selbst geltende Wortform“, Bez. für Aktiv und Medium bei den Grammatikern.

v2.c7.s2.t13.34

Zweifelhaft ist, ob RV. 1, 36, 18d *dásyave sáhaḥ* als doppeltoniges Komp. im Sinn e. Eigennamens zu nehmen ist. *parasmai-bhāṣā ātmanebhāṣā* in der Kāś. zu P. 6, 3, 7. 8 beruht wol auf Mißverständnis des V. zu P. 6, 3, 7. 8., das Bahuvrihis auf *-bhāṣa-* (§ 109) lehrt. — Instrumental scheinbar in KŚS. *saṃsṛpā-havīṃṣi*, aber es ist falsche Lesart für *saṃsṛpāṃ* BR. Über AŚS. *saṃsṛpeṣṭi-* : ŚŚS. *saṃsṛpāṃ iṣṭi-* s. § 25aβ.

v2.c7.s2.t13.35

100. a) Zwei Substantiva können aber auch so verbunden sein, daß sie in einer Art Kongruenzverhältnis zu einander stehn. Etwa ein Tiername mit einem Wort, das Alter, Geschlecht oder ähnliches ausdrückt. So MS. K. *dhenu-ṣṭarí-* „eine versiegende Kuh“ (vgl. Leumann KZ. 32, 304*A.), ŚB. *aja-vṛṣabhá-* „Ziegenbock“ *aśva-vṛṣá-* „Hengst“ *ukṣa-vehát-* „zeugungsunfähiger Stier“, KŚS. *vaḍaba-dhenu-*, „milchende Stute“, ep. *vāsitā-gṛṣṭi-* „eine Elephantenkuh, die einmal geworfen hat“: im Hinterglied lauter Ausdrücke, die eigentlich dem Rinde gelten, dann aber auf andere Tierarten übertragen wurden. Gleicher Art aber mit bemerkenswertem Genus TS. ŚB. *ukṣa-vaśá-* „ein die Art einer *vaśá* an sich tragender, also nicht zeugender Ochse“. — Mit umgekehrter Folge der Glieder VS. *puruṣa-mṛgá-* „Antilopenbock“ S. *puṃ-gava-* „Stier“ kl. *puṃs-kokila-* „das Männchen des Kukuks“ u. aa. mit *puṃs-* *stri-*. Beide werden auch in Bezeichnungen sexuell gefaßter Sachbegriffe gesetzt z.B. *puṃs-pravāda-* „männlicher Nominalstamm“ *strī-kṣetra-* „weibliches Zodiakalbild“. — Ausdrücke ähnlichen Werts finden sich auch in parathetischer Form z.B. v. *gávo dhenávaḥ* „milchende Kühe“, TS. 2, 1, 2, 2 *ávir vaśá* (3 *ávim vaśám*; ebenso TB. 1, 2, 5, 2) „Schaf, das weder trächtig noch milchend ist“. Obiges *dhenu-ṣṭarí-* mag geradezu aus älterem *dhenú(ḥ) ṣṭarí-ḥ* (mit Sandhi nach I § 287b) erwachsen sein.

v2.c7.s2.t13.36

P. 2, 1, 65 gibt als solche Hinterglieder, ohne sie ausdrücklich auf Tierbezeichnungen zu beschränken, außer *gṛṣṭi-* *dhenu-* *vaśá* noch *potā* „Hermaphrodit“ *baṣkayiṇī* „Kuh deren Kalb schon herangewachsen ist“ *yuvati-* „junges Weibchen“ *vehát-* „Kuh die zu verwerfen pflegt“. — *garbhiṇī* hinter Bez. von Vierfüßlern (P. 2, 1, 71 nebst Pat.) beruht entweder darauf, daß das adjektivische *garbhiṇī* „gravida“ der Analogie der obigen substantivischen Tierbezeichnungen folgte, oder daß eine Gruppe wie *ajā garbhiṇī* „capra gravida“ zusammenwuchs und für andere wie *go-garbhiṇī* Muster wurde.

v2.c7.s2.t13.37

b) Ähnlich finden sich adhyāpaka- und pravaktṛ- „Lehrer“ śrotriya- „Liturgiker“ dhūrta- „Gauner“ hinter persönlichen Gattungsnamen (P. 2, 1, 65) z.B. mantri-śrotriya- „ein Minister der Liturgiker ist“, und zahlreiche feminine Ausdrücke hinter kumāra- (P. 2, 1, 70) z.B. kumāra-śramaṇā „eine Jungfrau die Nonne ist“. Weiterhin von solcher Art S. brahma-rṣi- rāja-rṣi- „Rishi priesterlicher bezw. königlicher Abkunft“, kl. rāja-kumāra- „Prinz“ (P. 6, 2, 59), die kl. Komposita mit vorausgehendem vīra- „Held“ (P. 2, 1, 58) z.B. vīra-puruṣa- „ein heldenhafter Mann“. Endlich die kl. Komposita, wo an die Bezeichnung jemandes ein Schimpf- oder Spottname angehängt ist (P. 2, 1, 53) z.B. vaiyākaraṇa-khasūci- „ein gedankenloser Grammatiker“ (wörtlich: „ein Luftzeiger von G.“).

v2.c7.s2.t13.38

Nach G. śramaṇā (Gaṇar. 2, 105. 106) zu P. 2, 1, 70 kommen hinter kumāra- vor: tāpasī pravrajitā śramaṇā „Nonne“ u. dgl., dāsī „Sklavin“ kulaṭā u. (nicht in Gaṇar.) bandhakī „liederliches Weib“ garbhiṇī „gravida“ adhyāpaka- „Lehrer“. — Als fernere nach P. 2, 1, 53 angefügte Schimpfnamen nennt die Kāś. kitava- durdurūṭa-, der Gaṇar. 2, 114 caura- jālma- taskara- dhūrta- dhṛṣṭa- bhīru- mūrkha- viṭa- hataka-; dazu apasada- „Ausgeschlossener“ (eigtl. unter § 99), cela- unten fy), -bruva- § 76 bη.

v2.c7.s2.t13.39

c) Beiden Klassen nahe stehen solche Fälle, wo das Vorderglied die Spezies, das Hinterglied das Genus gibt z.B. kl. bāṇāsana-yantra- „eine aus einem Bogen bestehende Vorrichtung“ śamī-latā „Schlingpflanze Namens Śamī“. Episch und kl. sehr häufig ist die Anfügung von jana- „Geschöpf“ an Personenbezeichnungen engern Begriffs z.B. śvaśrū-jana- „Schwiegermutter“ dāa-sjana „Sklave“ (BR. sv. jana-).

v2.c7.s2.t13.40

Eine Vorstufe zu solchen Kompp. sieht Geldner Ved. St. 2, 280 in alten Asyndeta, wie RV. 2, 10, 4a haviṣā ghṛténa. Vgl. nāsamta- aus ai. *nāsāmta- „das Ende bestehend in Tod“ bei Aśoka Säulened. 4, 18 (anders Bühler ZDMG. 46, 62). — Über die Gewohnheit derartige Verbindungen, ja auch völlig tautologische, zur Verdeutlichung eines veralteten Wortes eintreten zu lassen vgl. Johansson BB. 13, 118. 18, 3. IF. 3, 246. 246 A. (hier āla-vāla- cakru-vāla-) u. Leumann KZ. 32, 304*A. 305*A. (candrá-mas-pú-māms- pú-ruṣa-), sowie die von Johansson aaOO. verzeichnete Literatur.

v2.c7.s2.t13.41

d) Mischwesen sind durch solche Komposition bezeichnet in v. vṛṣá-kapi- „Mannaffe“, VS. puruṣa-vyāghrá- Bez. eines dämonischen Wesens eigtl. „Mann-Tiger“, ŚB. asura-rakṣasá- „Asura und Rakṣasa in einer Person“, S. puruṣa-rakṣas- „menschenartiger Dämon“, ep. ṇr-siṃha- und kl. puruṣa-keśarin- ṇr-hari- „halb Mensch halb Löwe“, ep. *strī-pumāṃs-* *strī-pumsa-* „Weib und Mann zugleich“ „erst Weib, dann Mann“.

v2.c7.s2.t13.42

Dahin auch v. *ūlūka-yātu-* *śuśulūka-yātu-* „Dämon in Gestalt einer Eule“ bezw. „eines best. Vogels“? Heißt *āśvatarāśvi-*, in ŚB. und ChU. Patronymikum des Buḍila, eigtl. „Abkömmling halb eines Maultiers halb eines Pferdes“? Doch beachte AB. 6, 30, 7 *buḍila āśvataru āśviḥ*, was Sāy. als „Nachkomme des Aśvatara, Sohn des Aśva erklärt“. — ep. *strī-pumāṃs-* lehnt sich deutlich an das Dvandva ŚB. *strī-pumāṃsau* „Weib und Mann“ an.

v2.c7.s2.t13.43

e) Klassisch häufig sind Komposita, in denen das Vorderglied die eigentliche, das Hinterglied eine bildliche Bezeichnung des auszudrückenden Begriffs gibt (P. 2, 1, 56) z.B. *puruṣa-vyāghra-* „ein Mann wie ein Tiger“. Als derartige Hinterglieder kommen nicht bloß Tiernamen vor, sondern auch Pflanzennamen z.B. *saddharma-puṇḍarīka-* „der Lotus des guten Gesetzes“, und anderes z.B. *mukha-candra-* „ein mondgleicher Mund“ *vastra-cīra-* „ein Kleid wie ein Stück Baumrinde“ *go-prakāṇḍa-m* „ein Rind wie ein Baumstamm“.

v2.c7.s2.t13.44

Im G. *vyāghra-* zu P. 2, 1, 56 (nebst Gaṇar. 2, 108) werden als Hinterglieder solcher Komp. genannt die Tiernamen *ṛkṣa-* *ṛṣabha-* *kuñjara-* *kruñcā* *pṛṣat(a)-* *mahiṣa-* *ruru-* *varāhu-* *vṛka-* *vṛṣan-* (wofür Gaṇar. *vṛṣabha-*) *vyāghra-* *śvan-* *siṃha-* *hastin-*, aus dem Pflanzenreich *kamala-* *kisalaya-* *taru-* *padma-* *palāśa-* *pallava-* *puṇḍarīka-*, sonstige: *indu-* *kalaśa-* *kumbha-* *candana-* *bimba-* *vajra-*. In diese Rubrik stellt die Gaṇap. auch die auf *-kitava-* (oben b), der Gaṇar. auch *rāja-ṛṣi-* (oben b) im Sinne von „ein König wie ein Rishi“. — Bopp Lehrgeb. 321 A., BR. passim sv., GMeyer Curt. Stud. 5, 7. Speyer 164 fassen diese Ausdrücke partitiv z.B. *puruṣa-vyāghra-* „ein Tiger unter den Männern“ usw.

v2.c7.s2.t13.45

f) Die Inder nennen noch folgende Kategorien: α) P. 2, 1, 62 als Hinterglieder *kuñjara-* *nāga-* eig. „Elephant“ *vṛndāraka-* eig. „Führer der Schar“ (wozu Gaṇar. 2, 112 die Tiernamen *puṅgavu-* *varāha-* *vṛṣabhu-* *vyāghra-* *śārdūla-* *siṃha-* *haṃsa-* hinzufügt) : zur Bezeichnung eines bes. vorzüglichen Vertreters seiner Gattung. Hier ist das Verhältnis der Glieder wol sicher partitiv zu fassen; vgl. Mbh 5, 8, 93 *kuru-madhyeṣu vṛndāraka*. — β) P. 2, 1, 66 Ausdrücke des Lobes als Hinterglieder, wofür die Kāś. *go-matallikā* *go-macarcikā* „Ausbund eines Rindes“ *go-prakāṇḍa-* eig. „eine Kuh wie e. Baumstamm“ (vgl. Rājat. *mantri-prakāṇḍa-*) [unter e) gehörig!] als Beispiele nennt. Weitere Hinterglieder der Art bei Gaṇar. 2, 133. AK. 1, 1, 4, 5. Hemac. Abhidhānac. 1440. 1441: außer einigen schon unter α) genannten teils Wörter, die etwa „Ausbund“ bedeuten, wie kl. *udgha-* und Lex. *talla-*, beide hinter Bezeichnungen von Personen; teils solche die (im Sinn von e)) an Namen von Körpergliedern angefügt werden, wie *kavāṭu-* „Türflügel“ *tuṭa-* „Abhang“ *pāli-* „Rand“ *bhitti-* „Wand“ sthala- „Wölbung“. Ferner kl. tamas-kāṇḍa- „dichtes Dunkel“, pāśa- u. hasta- hinter Wörtern für Haar. Auch die ep. übliche, eigentlich genetivische Verbindung eines Personennamens mit folgendem pāda- „Fuß“ behufs ehrender Bezeichnung der Person wird so gefaßt Gaṇar. 1, 113. Hemac. Abhidh. 336. Halāy. 1, 155. — γ) P. 6, 2, 126 die tadelnden Hinterglieder kāṇḍa- „Stück“ cela- „(bloß) Kleid (wovon)“ [beide nach § 99 gehörig!], kaṭuka- „Herbigkeit“ [vgl. g)], kheṭa- (in welchem Sinn?). — Ebenso sind tadelnd bhikṣuka- „Bettler“ vṛka- „Wolf“ [zu e)?], die lt. G. kaḍāra- (Gaṇar. 1, 89. 90) an eine Personenbez. vorn oder hinten angefügt werden können.

v2.c7.s2.t13.46

g) Über Umschreibung mit Abstrakta wie bhūti- sampad- Speyer Synt. 164.

v2.c7.s2.t13.47

101. a) Unter den Verbindungen eines Adjektivs mit einem Substantiv, dessen nähere Bestimmung es bildet, sind am ältesten v. candrá-mās- „Mond“ (woraus Saṃh. candrá- „Mond“ durch Abkürzung entstanden ist) und Saṃh. B. pūrṇá-mās(a)- „Vollmond“ zusammengesetzt aus v. candrá- „glänzend“ bezw. pūrṇá- „voll“ und mās- : gr. μείς lat. mens-is usw. „Mond“. Das hohe Alter dieser Komposita ergibt sich schon daraus, daß ihr Hinterglied in der Bedeutung „Mond“ außer RV. 6, 34, 4a nur unmittelbar neben sūrya- „Sonne“ vorkommt, meist als Dvandva sūryā-māsā. — Schon im RV. kommen aber daneben noch weitere auf, z.B. solche mit mahā- „groß“ v. schon in mehrfacher Verbindung z.B. mahā-dhaná- „große Beute“. In manchen Fällen entsteht dabei eine neue Bedeutung (Delbrück Synt. F. 5, 67f. Vergl. Synt. 1, 267 ff.) z.B. AV. kṛṣṇa-śakuni- „Rabe“ (etymologisch „schwarzer Vogel“) TB. nava-dāvā- „Neubrand“ d. i. „frisch abgebranntes Weideland“. Klassisch werden laut P. 2, 1, 57 Komposita aus Adjektiv (viśeṣaṇa-) und dadurch bestimmtem Substantiv (viśeṣya-) in unbestimmter Häufigkeit (bahulam) gebildet. Doch erscheinen Richtungswörter und Zahlwörter (außer eka-) nur dann als derartige Vorderglieder, wenn das Kompositum einen Namen ergibt (P. 2, 1, 50. 49) z.B. v. sapta-ṛṣayaḥ sapta-ṛṣin als Bez. der Schar der sieben Weisen der Vorzeit (RV. I—IX dafür parathetisch saptá ṛṣayaḥ oder ṛṣayaḥ saptá, was bis ŚB. neben dem Kompositum fortlebt) und als Bez. des Siebengestirns (als solche stets kompositionell), AV. sapta-gṛdhraḥ „die sieben Geier“ : v. gṛdhra-, kl. pañcāmṛāḥ „die fünf sauern Dinge“. Vgl. v. eka-vīrá- „unvergleichlicher Held“.

v2.c7.s2.t13.48

Pāṇini lehrt auch bestimmte einzelne Verbindungen teils um die Bildung zu exemplifizieren (Pat. zu V. 1 zu P. 2, 1, 58) teils um sie, wie sicher 2, 1, 50, auf bestimmte Fälle zu beschränken. 2, 1, 58 : *apara-carama- jaghanya- pūrva- prathama- madhya- madhyama- samāna-* mit beliebigen (z.B. Kauś. *pūrva-puruṣa-* „Vorfahr“); 2, 1, 54 : *anaka- pāpa-* mit der Bez. des Geschmähten; 2, 1, 61 : *utkṛṣṭa- uttama- parama- mahā-sat-* mit der des Geehrten; 2, 1, 49 : *kevala- jarat- nava- purāṇa-* mit beliebigen (z.B. v. *nava-jvārā-* „neue Leiden“ B. *jarat-kakṣā-* „altes dürres Gestrüpp“). — v. *sát-pati-* (§ 22c vgl. Geldner ZDMG. 52, 734. Richter IF. 9, 221) ist kl. zu „guter Herr“ um gedeutet. Über Adjektiv dvandvas im Vorderglied § 73. — Die § 100 und 101 behandelten Kompp. heißen bei den Indern Karmadhāraya (§ 58 bβ nebst A.). Über Karmadhāraya-Bildung bloß zum Zweck der Ableitung und weitrer Zusammensetzung (P. 2, 1, 51. V. 5 zu P. 2, 1, 69) § 9a — Nach Vāmana 5, 1, 7 mied man im ganzen solche Karmadhāraya, die mit gemeinüblichen Bahuvrīhi gleichlautend gewesen wären, wie *adhyāsita-taru-*. Über die Entstehung der Karmadhāraya aus parathetischen Verbindungen Benfey OuO. 1, 585 A. 624.

v2.c7.s2.t13.49

b) Hieher gehören auch die Komposita, die einen durch das Vorderglied näher bestimmten Teil des Hintergliedbegriffs bezeichnen. So v. *madhyán-dina-* „Mittag“, VS. *adhara-kaṇṭhá-* „unterer Teil des Halses“, TS. 2, 3, 1, 5 *madhyameṣá* „die Mitte der Deichsel“ (v. *iṣá*), KŚS. *pūrva-kāya-* „Oberkörper“; kl. überhaupt mit *adhara- apara- uttara- pūrva-* (P. 2, 1, 1). — Ferner (v. *ardha-devá-* „Halbgott“) Saṃh. *ardha-māsá-* „Halbmonat“, kl. *ardha-* (P. 2, 1, 2) und mit den Ordinalien im Sinn von Bruchzahlen z.B. *dvitīya-bhikṣā* neben *bhikṣā-dvitīyam* „die Hälfte der erbettelten Speise“ (P. 2, 1, 3). — Die begriffliche Verschiedenheit zwischen solchen Komposita und etwa TS. *pūrva-pakṣá-* „vordere Seite“ springt in die Augen. Aber ganz ebenso heißt es deutsch *Vorderasien Mittelitalien Halbmond* usw.

v2.c7.s2.t13.50

Die Inder lösen *pūrva-kāya-* usw. in *pūrvam kāyasya* auf; vgl. Liebich Zwei Kap. der Kāś. p. XVA. — Vgl. mit obigen die durch das angehängte *-a-* als Quasi-Kollektiva charakterisierten (§ 49b) Bildungen wie v. *pūrvāṇ-á-* „Vormittag“ Saṃh. *ardha-rc-a-* „Halbstrophe“ kl. *ardha-nāv-ám* „halbes Schiff“; ferner mit Geschlechtswechsel VS. BS. *agra-jihvā-* „Zungenspitze“ : v. *jihvā-* nebst den andern mit *agra-* beginnenden, wie R. *agra-nakha- agra-hasta- agrākṣi-* (gegenüber BAU. *nakhāgra-*) vgl. § 98 dA.

v2.c7.s2.t13.51

c) Ganz vereinzelt erscheint Kasusendung. Deutlich in K. *víśve-devāya* Pur. *víśve-devānām* usw. durch Zusammenrückung aus v. *víśve devāḥ* „alle Götter“ : v. *víśvá-devāḥ* id. (§ 19e). Vgl. av. *vīspe* in *vīspe-aire-razurā-* „Allarierwald“ *vīspe-ratu-īva-* „die Obliegenheiten sämtlicher Ratu“.

v2.c7.s2.t13.52

Über v. *madhyán-dina-* „Mittag“ § 19eA.

v2.c7.s2.t13.53

d) Die kl. Sprache besitzt auch Komposita mit umgekehrter Gliederfolge, in denen die adjektivische Bestimmung ihrem Substantiv folgt. Gewisse tadelnde Ausdrücke, die sich auf körperliche oder sonstige, bes. moralische Mängel beziehen, werden teils ausschließlich hinten angefügt wie *muṇḍa*- „kahl“ an die Volksnamen *kamboja*- *yavana*-, oder *vyaṃsaka*- „betrügerisch“ an *chāttra*- „Schüler“ *mayūra*- „Pfau“ (G. *mayūra-vyaṃsaka*- zu P. 2, 1, 72), teils beliebig normaler Weise vor oder abnorm hinter das zu determinierende Substantiv gestellt, wie *khañja*- *khoḍa*- „hinkend“ *kubja*- *gaḍula*- „bucklig“ *kāṇa*- „einäugig“ *khalati*- „kahl“ *badhira*- „taub“; ferner *kuṇṭha*- „stumpf“ *kūṭa*- „trügerisch“ *khela*- „schwankend“ *vaṭhara*- „töricht“ *śauṇḍa*- „versessen“ (G. *kaḍāra*- zu P. 2, 2, 38 nebst Gaṇar. 1, 89. 90). Ebenso einige Farbnamen: *kaḍāra*- *gaura*- *piṅgala*- (id.). — Augenscheinlich beruht dies auf dem Vorbild von § 100.

v2.c7.s2.t13.54

Dazu Vereinzeltes wie *ahir-budhnya*- § 19 eA., Mbh. 13, 48, 40 *yoni-saṃkaluṣe jātaḥ* gegenüber 39 *kaluṣa-yoni-ja*- „aus beflecktem Schoß stammend“ (nach BR. *saṃkaluṣa*- Subst. „Befleckung“), Harṣac. 60, 7 Bomb. *īśvara-durvidagdhaḥ* „a wrongheaded king“ (Kielhorn Album Kern 120), BhP. *go-jara*- „ein altes Rind“ und inschr. (Epigr. Ind. 5, 121 Z. 19 *d(r)oṇaśarmma-trivedi-putra*- „Sohn des der drei Veden kundigen Droṇaśarman“). Über *-garbhiṇī* hinter Namen von Vierfüßlern § 100 aA. — Nur scheinbar gehören hieher das ehrende *-miśra*- hinter Personennamen (Gaṇar. 2, 113), worüber BR. sv.; *prāpta*- u. dgl. : § 106; *-antara*- : BR. sv. 2 m³. — Saṃh. *pitāmahá*- AV. *tatāmahá*- „avus paternus“, Saṃh. *prá-pitāmaha*- AV. *pra-tatāmahá*- (§ 102 by) „proavus paternus“ S. *mātāmahá*- „avus maternus“ S. *pra-mātāmaha*- Pur. *pra-mātṛkāmaha*- (vgl. kl. *mātṛkā* „Großmutter“) „proavus maternus“ (Delbrück Verwandtschaftsn. 95 ff.) müssen schon früh als Kompp. gefaßt worden sein, da zwar die erhaltenen Padatexte (AV. TS., VS.?) sie als Simplicia geben und P. 4, 2, 36 *pitāmaha*- u. *mātāmaha*- einfach als fertige Wörter hinstellt, aber Kātyāyana V. 4 zu P. 4, 2, 36 ausdrücklich Abtrennung (*Avagraha*) des *-maha*- als Hinterglied in vedischen Texten bezeugt. Entsprechend erklären Bopp Lehrgeb. 331. Henry Rev. crit. 30 (1890), 82. Jacobi Comp. u. Ns. 21 A. Richter IF. 9, 52 Entstehung von *pitā-mahá*- durch Antritt von *mahá*-, v. Nebenform von *mahānt*- „groß“ (am häufigsten im Nom. sg. *mahā-ḥ* belegt) an den fertigen Nom. sg. *pitā*-; *tatā-mahá*- wäre dann Nachbildung hiezu. Gegen diese Erklärung spricht die Wortfolge (anders Richter IF. 9, 52). Kātyāyanas Annahme eines Suffixes *-(ā)mahá*- ist richtig d. h. *pitṛ*- *tatá*- sind einfach nach dem Vorbild von v. *mahāmahá*- (§ 61 a), das als Steigerung von *mahānt*- erschien, erweitert worden Verf. Album Kern 150 A., wo beizufügen ist, daß die Bedeutung von Gaṇap. *mahā-putra*- unbekannt ist.

v2.c7.s2.t13.55

102. a) Auch ein Präverbium kann als Vorderglied vor einem Substantiv erscheinen. Im RV. kommen so vor *ádhi ní pári prá práti ví sám*; in den Samh. kommen hinzu *ánu antár ápa á úd úpa*; in spätern vorklassischen Texten *áti nís*; erst episch und klassisch *upári*.

v2.c7.s2.t13.56

P. 2, 2, 18 scheint Zusammensetzung von Präverbien mit beliebigen Nomina zu gestatten. Aber V. 3 und Pat. (p. 416, 9f. 15ff.) dazu erkennen nur die von *ati* in ehrendem Sinne (und von *ā-* „ein wenig“ mit Adjektiven) ausdrücklich an.

v2.c7.s2.t13.57

b) α) Sicher ererbt ist derartige Verbindung bei *prá*. Zwei Gruppen von Komposita enthalten *prá* in einer Funktion, die von der ai. belegten präverbalen Bedeutung (Delbrück Synt. F. 5, 460. Vergl. Synt. 1, 718) „vorwärts, hin zu, fort“ weit abliegt, und haben zugleich deutliche Entsprechungen in den verwandten Sprachen. Aus beidem folgt mit Sicherheit das Dasein entsprechender grundsprachlicher Komposita.

v2.c7.s2.t13.58

β) Erstens kann ein mit *prá* gebildetes Kompositum den vorderen Teil des Hintergliedsbegriffs bezeichnen. So v. *prá-pad-a-* (AV. einmal *prá-pad-*, vgl. § 49b) ChU. *pra-ṇakha-* „Nagelspitze“ Āpast. *pra-dhur-a-* (§ 49b) „Spitze der Deichsel“ KS. *prānta-* „Saum“ kl. *pra-bāhu-* „Unterarm“ *pra-vāla-* „Schoß“ usw. Damit vergleiche man av. *fra-bd(a)-* „Vorderteil des menschlichen Fußes“ *fra-sparəya-* „Schößling“, gr. *πρό-δομος* „Vorhaus“. — Dazu analoge Zeitbezeichnungen wie z.B. kl. *prāhṇa-* „Vormittag“; vgl. av. *frayara-* „Vormittag“ gr. *προ-άγων* „vorbereitender Teil des Wettkampfes“.

v2.c7.s2.t13.59

v. *prá-uga-* „vorderer Teil der Gabeldeichsel“ gehört wol zu v. *yugá-* „Joch“ mit mi. Schwund des *y* gemäß I p. XVIII u. § 37b. Vgl. Bradke ZDMG. 40, 678.

v2.c7.s2.t13.60

γ) Die zweite Gruppe wird durch die Verbindungen von *prá* mit Verwandtschaftsnamen gebildet. Diese bezeichnen Aszendenten und Deszendenten dritten Grades, sowie überhaupt Verwandte, die um einen Grad ferner stehen als die im betr. Hinterglied bezeichneten. Mit v. *prá-napāt-* „Urenkel“, Samh. *prá-pitāmaha-* (AV. 18 oxytoniert) AV. 18 *pra-tatāmaha-* (nur Vokativ) „Urgroßvater väterlicher Seits“, S. *pra-mātāmaha-* „Urgroßvater mütterlicher Seits“, kl. *pra-pautra-* „Urenkel“ vergleiche man gr. *πρό-παππος* „Urgroßvater“ *προ-τήθη* „Urgroßmutter“, lat. *pro-avus* *pro-nepos*, aksl. *pra-dědŭ* „Urgroßvater“, serb. *pra-baba* „Urgroßmutter“ *pra-unuk* „Urenkel“. Weiterhin mit kl. *pra-pitṛvya-* „Großoheim“ *pra-mātṛ-* „Mutter der Mutter“ vergleiche man (außer gr. προπάτωρ u. ähnl.) lat. *pro-gener* „Mann der Enkelin“ *pro-nurus* „Frau des Enkels“, serb. *pra-pradjed* „Ururgroßvater“ *pra-praunuk* „Ururenkel“. — Auf geistige Verwandtschaft ist dieses *pra-* übertragen in Āp.Dhs. *prācārya-* „Lehrer des Lehrers“, Pat. zu P. 2, 2, 18 (p. 416, 13. 20) *prāntevāsin-* „Schüler des Schülers“.

v2.c7.s2.t13.61

Vgl. Pat. aaO. („Ellipse von *gata-*“). Delbrück Verwandtschaftsn. 97 ff. 148 f. Nach Brugmann IF. 18, 62 gehören diese Kompp. unter § 119. — Verloren im Ai. ist die Bezeichnung noch weiteren Verwandtschaftsgrades durch Kompp. mit *ápa*, die durch ap. *apa-nyāka-* „Ururgroßvater“ und lat. *abavus abnepos abnurus* usw. als grundsprachlich verbürgt ist (Thurneysen Archiv lat. Lex. 13, 3).

v2.c7.s2.t13.62

δ) Aus dem sonstigen ai. Gebrauch von *prá* zwar begreifbar, aber wegen der Übereinstimmung mit avestischen Bildungen auf indoiranischen Ursprung zurückzuführen sind die Komposita, wo *pra-* dem Begriff des Hinterglieds den der Ausdehnung hinzufügt, wie v. *prá-path-a-* (§ 49 caA.) „weiter Weg“ *prá-vīra-* „großer Held“ *prá-maganda-* „Erzwucherer“, AV. B. *pra-dív-* „dritter (oder fünfter) Himmel“, MS. *práyuṣ-* „langes Leben“; womit man vergleiche av. *fra-bāzu-* „Länge des ausgestreckten Armes“ usw.

v2.c7.s2.t13.63

Nach Grassmann gehört *prá-vīra-* unter § 119.

v2.c7.s2.t13.64

c) Indoiranisch ist möglicherweise derartige Komposition auch bei *antar-* „innen“ *prati-* „gegen-, sekundär“ *vi-* „trennend“ „sich ausdehnend“ „unrichtig“ *sam-* „zusammenhängend“, da das Avestische mit den entsprechenden Präverbien gleichartige Komposita bietet. S. die Belege unter e).

v2.c7.s2.t13.65

d) Abgesehen von *pra-* (b) haben die Präverbien in diesen Verbindungen im ganzen die Bedeutungen, die sie innerhalb des Altindischen selbst bei adverbiellem oder eigentlich präverbialem Gebrauch haben (vgl. e). Doch stammt die negative Bedeutung von *nis-* wie bei den damit zusammengesetzten Adjektiven (§ 95fγ) aus den Bahuvrīhi (§ 110be). Eine eigentümliche Entwicklung zeigt *práti*, indem es kl. neben den ältern Bedeutungen (unten eη 1—5) auch distributive Funktion erlangt hat. Ursprünglich eignet diese der Verbindung von *práti* mit dem Akkusativ (P. 1, 4, 90), vorklassisch meist in der Form eines Avyayībhāva z.B. TB. *prati-pūruṣám* „je für einen Mann“ S. *praty-ṛcam* „bei jedem Verse“ *prati-díśam* „in jeder Himmelsgegend“ *praty-aham* „täglich“. Eine erste Umbildung zeigt PGS. 1, 3, 2 *prati-saṃvatsarān* „einmal jedes Jahr“, wo mit der pluralischen Endung dem Mehrheitlichen Begriff Rechnung getragen ist (anders Böhtlingk Sächs. Ber. 1896, 3). Weiterhin wird spätklassisch das distributive *prati*-Kompositum mit einer Kasusendung versehen, zur genauern Angabe der Beziehung, worin der in Wiederholung gedachte Begriff zum Satzganzen steht. Teils im Singular z.B. Hemādri 1, 257, 18 *prati-śṛṅgeṇa* „mit jedem Horn“, Hitop. 4, śl. 122 *prati-skandhena* „je mit der Schulter“, Hem. 1, 187, 13 *prati-manvantare* „in jeder Manuperiode“. Teils im Plural z.B. Nṛs. Tap. Up. 2, 2, 7. 2, 3, 6 *prati-mātrāḥ* „alle einzelnen Moren“, BhP. 12, 6, 59 *prati-śākhābhyaḥ* „aus allen Śākhās“, Muṇḍ. Up. 3, 2, 7 *prati-devatāsu* „in den einzelnen Gottheiten“ usw.

v2.c7.s2.t13.66

Auch Stellen wie Yājñ. 1, 23c *prati-praṇava-samyukta-* „jedesmal mit dem Rufe Oṃ verbunden“ setzen *prati-praṇavena* u. dgl. voraus. In Brahmavaivartapur. 2, 1, 90 (Aufrecht Catal. 23b A. 3) *prati-maṅgalavāreṣu* *prati-viśveṣu* „an allen Dienstagen“ ist der Begriff der Allheit durch beigesetztes *viśva-* noch besonders ausgedrückt und diesem selbst erst noch *prati-* vorgeschoben. Vgl. auch spätkl. *pratyeka-* „singuli“ : S. kl. *pratyekam* „einzeln“. — Die mit distributivem *prati-* gebildeten Kompp. beruhen zwar wie die § 119 besprochenen auf der Verbindung des Präverbiums mit davon „regiertem“ Kasus; aber im Unterschied von jenen ist hier das Präverbium in die Stellung eines determinierenden Vorderglieds eingerückt.

v2.c7.s2.t13.67

e) Im einzelnen gestaltet sich der Gebrauch folgendermaßen:
a) *ati-* „sehr groß“ „übermäßig“ (ziemlich selten) z.B. ŚB. *áti-pūruṣa-* „ein sehr großer Held“ S. *ati-vara-* „überschüssiges Geschenk“ ep. *ati-bhāra-* „übermäßige Last“ Pat. zu P. 2, 2, 18 (p. 416, 16) *ati-rājan-* „trefflicher König“, Pat. zu P. 6, 2, 191 (p. 139, 6) *ati-gārgya-* „prächtiger Gārgya“ hochkl. *ati-bhūmi-* „Höhepunkt“ Lex. *ati-kathā* „übertriebene Erzählung“. — *adhi-* 1) „oben“ v. *adhi-rāj-á-* „Oherkönig“ Saṃh. *ádhi-pati-* -*patnī* „Oberherr, -herrin“ MS. *ádhi-dyau-ḥ* Bezeichnung eines heiligen Backsteins eig. „oberster Himmel“ AB. *adhi-deva-* „höchster Gott“ ep. *adhi-strī-* „hochstehende Frau“ usw.; 2) „überschießend“ (wie in v. *ádhi* adv. „dazu“) z.B. v. *ádhi-bhojana-* „Zugabe“ kl. *adhi-danta-* „Überzahn“ *adhi-māsa-* „Schaltmonat“ usw. — *anu-* „sich anschließend“ z.B. Kāṭh. B. *anu-vatsará-* „das vierte Jahr im Cyclus“ kl. *anu-path-a-* „ein nach jemand betretner Weg“ *anu-bimba-* „ein entsprechendes Gegenbild“ *anu-rasa-* „Beigeschmack“ *anu-puruṣá-* (P. 6, 2, 190) „wiedererwähnter Mann“. — *antar-* 1) „zwischen“ z.B. AV. *antar-deśá-* „Zwischengegend“ PB. *antar-nidhana-* „ein in der Mitte befindliches sogen. Nidhana“; 2) „innen“, wobei das Kompositum dann in der Regel den innern Teil des Hintergliedsbegriffs bezeichnet z.B. AV. antaḥ-pātrá- „der innere Raum eines Gefäßes“ kl. antaḥ-pura- „der innere Teil der Burg“. Vgl. av. antara-naēma- „Innenseite“.

v2.c7.s2.t13.68

AV. antaḥ-kośám nicht hieher („Raum einer Truhe“ BR.), sondern Avyayībhāva „within a chest“ Bloomfield SBE. 42, 107.

v2.c7.s2.t13.69

β) apa- entsprechend deutschem „un- mis-“ z.B. AV. ápa-rūpa- „Misgestalt“ S. apa-rtu- „nicht die rechte Jahreszeit“ (vgl. AV. apa-rtú- „unzeitig“ § 110bβ) kl. apa-yaśas „Schande“ apa-śabda- „unrichtiges Wort“.

v2.c7.s2.t13.70

Vgl. ápa vad- „schmähen“ ápa vā- „ein Gewebe auflösen“ (Delbrück Synt. F. 5, 447), sowie pā. apa-jitam „Niederlage“ (Kuhn). — v. apa-kāmá- „Unlust“ ist verbal; kl. apa-naya- gehört hieher in der Bedeutung „unkluges Benehmen“, ist verbal in der Bedeutung „Wegführung“. — Sichere Kompp. dieser Art mit api scheinen zu fehlen. RV. 10, 134, 7c (pakṣébhir) api-kakṣébhiḥ ist Weiterbildung des Avyayibh. 4, 40, 4b api-kakṣé „nahe der Achselgrube“, vgl. TS. 5, 5, 8, 2 api-pakṣám (Akk.) „die Seitengegend“; Suśr. api-nasa-, nach BR. aus api mit nasa-, ist (wie entstandne?) Nebenform des kl. häufigern pī-nasa- „Schnupfen“ aus *pīna-nasa- (I § 241 aβ); av. aipi-zaŋa- „die künftige Geburt“ ist verbal.

v2.c7.s2.t13.71

γ) ā- in Saṃh. ā-pati- „der Herr hier“. — ud- 1) „aufwärts“ z.B. *ut-sūrya- „aufgehende Sonne“ vielleicht erschließbar aus AV. 4, 5, 7 otsūryám (Avyayibh. mit ā-) „bis die Sonne am Himmel steht“ kl. ut-taraṅga- „hochgehende Woge“ BhP. ut-svāna- „hoher Ton“; 2) „weg“ (wie in v. út sad- „sich bei Seite machen“ u. ähnl.) in kl. ut-path-a- (§ 49ca) un-mārga- „Abweg“. — upa- „neben-“ (wie in v. úpa sthā- „sich stellen neben“ u. ähnl.) : VS. upa-patí- „Nebenmann, Buhle“ B. upa-nakṣatrá- „Nebensternbild“, kl. sehr oft z.B. up’-ākhyāna- „Nebenerzählung“.

v2.c7.s2.t13.72

Über v. upa-jihvikā „Ameise“ : v. jihvá „Zunge“ s. § 3eaA.

v2.c7.s2.t13.73

δ) upari- „oben“ selten z.B. kl. upari-tala- „Oberfläche“ upari-puruṣa- „der Mann, der darauf sitzt“, vgl. AV. upari-śayaná- „erhöhte Lagerstatt“. — ni- „innen, drunten“ selten : v. ni-pādá- „Niederung“ : v. padá- „Stätte“ (§ 43a), Saṃh. ni-dhána- „Aufenthalt(sort), Schlußsatz“ AV. ny-áhne- „bei sinkenden Tage“ VS. ní-pakṣati- „zweite Rippe“ (: VS. pakṣatí- „Ort, wo Flügel angewachsen siud“) ŚB. ni-kakṣá- „Achselgrube“ TA. ny-añjalikā „eine nach unten gerichtete Añjali“ vgl. B. ny-aténa „in der Nähe“ (P. ny-ànta-).

v2.c7.s2.t13.74

v. ny-arthá- „Verderben“ ist verbal. — Unklar ist das Verhältnis von Saṃh. B. S. ny-árbuda- „hundert Millionen“ zu VS. kl. árbuda- und AV. ny-árbudi- : AV. árbudi- n. pr. Nach Bloomfield SBE. 42, 633 beruht ni- einfach auf Reminiszenz an RV. 2, 11, 20c. 8, 32, 3a, wo zufällig ni dem n. pr. árbuda- vorangeht. Aber woher die Seltenheit von árbuda- als Zahlwort in der vorklassischen Sprache (nur VS.)? u. woher der Svarita?

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