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Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.124

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.124

Language
German

v1.c8.s2.124

Manche Perlen lyrischer Dichtung, die uns ebenso durch das feine Verständnis für Naturschönheiten, wie durch ihre bilderreiche Sprache anmuten, finden sich unter den Liedern an Sūrya (die Sonne), an Parjanya (den Regengott), an die Maruts (die Sturmgötter) und vor allem an Uṣas (die Morgenröte). In den an die letztere gerichteten Hymnen überbieten sich die Sänger an prachtvollen Bildern, welche die Herrlichkeit der aufleuchtenden Morgenröte schildern sollen. Strahlend naht sie wie eine von der Mutter geschmückte Jungfrau, die stolz ist auf ihren Leib. Sie zieht prächtige Gewänder an, wie eine Tänzerin, und enthüllt dem Sterblichen ihren Busen. In Licht gekleidet erscheint die Jungfrau im Osten und entschleiert ihre Reize. Sie öffnet die Tore des Himmels und tritt strahlend aus denselben hervor. Immer wieder werden ihre Reize mit denen eines zur Liebe lockenden Weibes verglichen.