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Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.154

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.154

Language
German

v1.c8.s2.154

Schon früh regten sich bei den Indern Zweifel an der Macht, ja an dem Dasein der Götter. Bereits in dem oben übersetzten Liede Rv. II, 12, welches die Macht und die Krafttaten des Indra so zuversichtlich preist und dessen einzelne Strophen in den so glaubensinnig ausgestoſsenen Refrain: »Das, ihr Leute, ist Indra« ausklingen, selbst da hören wir schon, daſs es Leute gab, die an Indra nicht glaubten: •»Von dem die Leute fragen ,wo ist er?‘ und von dem sie sagen ,er ist ja gar nicht‘ … an den glaubet — das, ihr Leute, ist Indra«. Ähnlichen Zweifeln begegnen wir in dem merkwürdigen Hymnus Rv. VIII, 100, wo die Priester aufgefordert werden, ein Loblied auf Indra vorzutragen, »ein wahrhaftiges, wenn er in Wahrheit ist; denn so mancher sagt: ,Es gibt keinen Indra, wer hat ihn je gesehen? An wen sollen wir das Loblied richten?‘« Worauf dann Indra persönlich auftritt, um sein Dasein und seine Gröſse zu versichern: »Da bin ich, Sänger, schau mich an hier, alle Wesen überrage ich an Gröſse u. s. w.«

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