Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.203
Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.203
- Language
- German
v1.c8.s2.203
Das alles klingt ungemein komisch, und ziemlich allgemein wurde das Lied für eine Parodie auf die Opferlieder und eine böse Satire gegen die Brahmanen gehalten¹). Bloomfield hat aber endgültig nachgewiesen²), daſs wir es hier mit einem Zauberlied zu tun haben, welches für einen Regenzauber verwendet wurde, und daſs die Frösche, die nach altindischem Volksglauben Wasser hervorbringen können, als Regenbringer gepriesen und angerufen werden. Der Vergleich mit den Brahmanen soll keine Satire auf die letzteren sein, sondern nur eine Schmeichelei — eine captatio benevolentiae — für die Frösche. Möglich wäre es immerhin, daſs hier ein ursprünglich als Satire gemeintes Gedicht später in ein Zauberlied verarbeitet wurde. Ähnlich dürfte auch das Lied Rv. VI, 75 ursprünglich ein Schlachtgesang gewesen sein, den man in einen Schlachtsegen umgewandelt hat. Während nämlich einzelne Verse dieses Liedes von groſser dichterischer Schönheit und namentlich durch kühne Bilder ausgezeichnet sind, bewegen sich andere Verse ganz in der trockenen, kunstlosen Sprache der Zauberlieder. Nicht wie ein Zauberlied, sondern wie ein Schlachtgesang klingen die ersten drei Verse:
Cites (1)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit