Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.83
Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.83
- Language
- German
v1.c8.s2.83
Ein ganz anderer Ton ist es, welcher in den Liedern an den Gott Indra angeschlagen wird. Indra kann als der eigentliche Nationalgott der vedischen Inder bezeichnet werden. Da aber die Inder zur Zeit des Rigveda noch ein kämpfendes und ringendes Volk waren, so ist auch Indra ein durchaus kriegerischer Gott. Seine ungeheure Kraft und Rauflust wird immer wieder geschildert, und mit Liebe verweilen die vedischen Sänger bei den Kämpfen des Indra mit den Dämonen, die er mit seinem Donnerkeil vernichtet. Namentlich wird der Kampf des Indra mit dem Vṛtra in zahlreichen Hymnen besungen. Immer wieder ist von dem groſsartigen Sieg die Rede, welchen der Gott über den Dämon errungen; unzählige Male wird Indra jubelnd gepriesen, daſs er den Vṛtra mit seinem Donnerkeil erschlagen. Vṛtra (wahrscheinlich »der Hemmer«) ist ein Dämon in Schlangen- oder Drachengestalt, der die Wasser in einem Berge eingeschlossen oder gefangen hält. Indra will die Wasser befreien. Er trinkt sich mit Soma Mut, eilt zum Kampf und erschlägt das Ungeheuer; — nun strömen die befreiten Wasser über den Leichnam des Vṛtra in raschem Laufe dahin. Sehr anschaulich wird uns diese groſse Tat des Indra in dem Liede Rv. I, 32 geschildert, das mit den Versen beginnt:
Linked texts (1)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit