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Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s3.105

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s3.105

Language
German

v1.c8.s3.105

Auch Prosaformeln, die denen des Yajurveda entsprechen, finden wir, z. B. im XVI. Buch, dessen ganze erste Hälfte aus Formeln besteht, in denen das Wasser verherrlicht wird, und die zu irgend-einem Lustrationsrituell in Beziehung stehen. Hierher gehört auch das XVIII. Buch, welches die zum Totenrituell und zur Ahnenverehrung gehörigen Sprüche enthält. Die Bestattungslieder aus dem X. Buch des Rigveda ¹) kehren hier wörtlich wieder und sind nur durch viele Zusätze vermehrt. Auch das ganz spät hinzugefügte XX. Buch, dessen Hymnen mit wenigen Ausnahmen sämtlich aus dem Rigveda entlehnt sind, steht zum Somaopfer in Beziehung. Neu sind in diesem Buch nur die sehr merkwürdigen »Kuntāpahymnen« ²), Ath. XX, 127—136. Auch sie fügen sich als Liturgien in das Opferritual ein, berühren sich aber ihrem Inhalte nach zum Teil mit den Dānastutis des Rigveda ³), indem sie die Freigebigkeit gewisser Fürsten preisen; zum Teil sind es Rätselfragen und deren Auflösungen ⁴), zum Teil aber auch — obszöne Lieder und derbe Zoten. Bei gewissen Opfern, die viele Tage lang dauerten, bildeten Hymnen von dieser Art die vorschriftsmäßige Unterhaltung der Priester, welche schließlich — nach dem treffenden Ausdruck von M. Bloomfield — in eine Art liturgischer »Saukneipe« ausartete.

Cites (1)