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Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s3.4

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s3.4

Language
German

v1.c8.s3.4

Die Atharvaveda-Saṃhitā nun — gewöhnlich schlechthin »der Atharvaveda« genannt — ist in der Rezension, welche uns am besten erhalten ist¹), eine Sammlung von 731 Hymnen, welche ungefähr 6000 Verse enthalten. Sie ist in 20 Bücher eingeteilt. Von diesen ist das XX. Buch erst sehr spät hinzugefügt worden, und auch das XIX. Buch gehörte ursprünglich der Saṃhitā nicht an. Das XX. Buch ist fast ganz aus Hymnen zusammengesetzt, welche wörtlich der Rigveda-Saṃhitā entnommen sind. Aufserdem ist noch ungefähr ein Siebentel der Atharvaveda-Saṃhitā dem Rigveda entnommen; und zwar findet sich mehr als die Hälfte der Verse, welche der Atharvaveda mit dem Rigveda gemeinsam hat, im X. Buch, die meisten der übrigen Verse im I. und VIII. Buch des Rigveda. Die Anordnung der Hymnen in den 18 echten Büchern folgt einem gewissen Plan und verrät eine ziemlich sorgfältige redaktionelle Tätigkeit. Die ersten sieben Bücher bestehen aus zahlreichen kurzen Hymnen, und zwar haben die Hymnen in Buch I in der Regel vier, in Buch II fünf, in Buch III sechs, in Buch IV sieben Verse. Die Hymnen des V. Buches haben mindestens acht und höchstens achtzehn Verse. Das VI. Buch besteht aus 142 Hymnen von zumeist nur drei Versen und das VII. Buch aus 118 Hymnen, von denen die meisten nur einen oder zwei Verse enthalten. Die Bücher VIII—XIV, XVII und XVIII bestehen durchwegs aus sehr langen Hymnen, und zwar steht der kürzeste Hymnus (mit 21 Versen) am Anfang dieser Reihe (VIII, 1) und der längste (mit 89 Versen) am Ende derselben (XVIII, 4). Buch XV und der gröfste Teil von Buch XVI, welche die Reihe unterbrechen, sind in Prosa abgefafst und dem Stil und der Sprache nach den Brāhmaṇas ähnlich Trotzdem bei dieser Anordnung in erster Linie etwas rein Äuſserliches — die Verszahl — in Betracht gezogen ist, wird doch auch auf den Inhalt einige Rücksicht genommen. Zwei, drei, vier und auch mehr Hymnen, die denselben Gegenstand behandeln, stehen oft beisammen. Zuweilen ist der erste Hymnus eines Buches mit Rücksicht auf seinen Inhalt an den Anfang gestellt; so beginnen die Bücher II, IV, V und VII mit theosophischen Hymnen, was gewiſs absichtlich ist. Die Bücher XIII—XVIII sind ihrem Inhalte nach fast ganz einheitlich; so enthält Buch XIV nur Hochzeitssprüche und Buch XVIII nur Totenbestattungsverse.

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