Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s3.58
Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s3.58
- Language
- German
v1.c8.s3.58
Wenig verschieden von den Heilzaubersprüchen sind die Gebete um Gesundheit und langes Leben, von den Indern āyuṣyāṇi sūktāni, d. h. »langes Leben bewirkende Hymnen« genannt, welche die zweite Klasse von Hymnen des Atharvaveda bilden. Es sind dies Gebete, wie sie hauptsächlich bei Familienfesten, wie dem ersten Haarscheren des Knaben, dem Bartscheren des Jünglings und der Schülerweihe, in Verwendung kamen. In ziemlich eintöniger Weise kehrt hier die Bitte um hohes Alter, um ein Leben von »hundert Herbsten« oder »hundert Wintern«, um Befreiung von den 100 oder 101 Todesarten und um Schutz gegen allerlei Krankheiten immer wieder. Das auseinem einzigen Hymnus von 30 Strophen bestehende Buch XVII gehört auch hierher. So wie in den Heilzaubersprüchen oft das Heilkraut angerufen wird, welches der Zauberdoktor verwendet, so sind manche dieser Gebete um langes Leben an Amulette gerichtet, die dem, der sie trägt, Gesundheit und langes Leben sichern sollen.
Cites (1)
- Atharvavedasaṃhitā — Atharvan & Aṅgiras, Sanskrit