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Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s3.59

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s3.59

Language
German

v1.c8.s3.59

Und mit diesen Gebeten berühren sich wieder aufs engste die ungemein zahlreichen Segenssprüche (pauṣṭikāni), durch die der Landmann, der Hirte, der Kaufmann Glück und Gedeihen in ihren Unternehmungen zu gewinnen hoffen. Da finden wir ein Gebet, welches beim Hausbau verwendet wird, Segenssprüche beim Pflügen, beim Säen, für das Wachstum des Getreides und Beschwörungen gegen Feldungeziefer, Sprüche gegen Feuersgefahr, beim Regenzauber verwendete Gebete um Regen, zahlreiche Segenssprüche für das Gedeihen der Viehherden, Beschwörungen eines Hirten gegen wilde Tiere und Räuber, Gebete eines Kaufmanns um gute Geschäfte und Glück auf der Reise, eines Spielers um Glück mit den Würfeln, Bannsprüche und Beschwörungsformeln gegen die Schlangen u. dgl. mehr. Nur wenige von diesen Liedern und Sprüchen sind als Dichtungen bedeutend. Öfters aber kommt es vor, daſs wir in einem sehr mittelmalsigen längeren Gedicht einzelne Verse von groſser Schönheit finden. Am schönsten ist vielleicht das Regenlied Ath. IV, 15. Vom Winde getrieben — heiſst es da — mögen die Wolken dahinziehen, und »während der groſse, wolkenumhüllte Stier¹) brüllt, mögen die rauschenden Wasser die Erde erquicken«. Parjanya selbst wird mit den Worten angerufen:

Cites (1)