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Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s5.7

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s5.7

Language
German

v1.c8.s5.7

Das Uttarārcika, der zweite Teil der Sāmaveda-Saṃhitā, besteht aus 400 Gesängen, gröſstenteils zu je drei Strophen¹), aus denen die bei den Hauptopfern gesungenen Stotras gebildet werden. Während im Ārcika die Strophen teils nach den Versmaſsen, teils nach den Göttern, an die sie gerichtet sind — und zwar in der Reihenfolge Agni, Indra, Soma —, angeordnet erscheinen, sind die Gesänge im Uttarārcika nach der Folge der hauptsächlichen Opfer angeordnet²). Ein Stotra besteht also aus mehreren, gewöhnlich drei Strophen, die alle nach derselben Melodie gesungen werden, und zwar nach einer der Melodien, welche das Ārcika lehrt. Wir können das Uttarārcika mit einem Liedertextbuch vergleichen, in welchem der Text der Lieder vollständig gegeben ist, während die Melodien als bekannt vorausgesetzt werden. Man nimmt gewöhnlich an, daſs das Uttarārcika späteren Ursprungs sei als das Ārcika. Für diese Annahme spricht der Umstand, daſs das Ārcika viele »Yonis«, also auch viele Sangweisen kennt, die in den Gesängen des Uttarārcika gar nicht vorkommen, und daſs auch das Uttarārcika manche Gesänge enthält, für die das Ārcika keine Sangweise lehrt. Anderseits ist doch das Uttarārcika eine notwendige Ergänzung des Ārcika: dieses ist gleichsam der erste, jenes der zweite Kurs in dem Unterricht des Udgātar.