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Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s9.34

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s9.34

Language
German

v1.c8.s9.34

›Er aber sprach zu ihnen: ‚Derjenige ist der Beste von euch, nach dessen Weggang sich der Körper am schlechtesten befindet.‘ Da zog die Sprache aus, und nachdem sie ein Jahr lang in der Fremde geweilt, kehrte sie zurück und sprach: ‚Wie habt ihr ohne mich leben können?‘ ‚Gerade so‘, sagten sie, ‚wie Stumme, die nicht reden, aber mit dem Atem atmen, mit dem Gesicht sehen, mit dem Gehör hören und mit dem Denkorgan denken.‘ Und die Sprache begab sich wieder (in den Körper) hinein. Da zog das Gesicht aus, und nachdem es ein Jahr lang in der Fremde geweilt, kehrte es zurück und sprach: ‚Wie habt ihr ohne mich leben können?‘ ‚Gerade so‘, sagten sie, ‚wie die Blinden, die nicht sehen, aber mit dem Atem atmen, mit der Sprache reden, mit dem Gehör hören und mit dem Denkorgan denken.‘ Und das Gesicht begab sich wieder hinein. Da zog das Gehör aus, und nachdem es ein Jahr lang in der Fremde geweilt, kehrte es zurück und sprach: ‚Wie habt ihr ohne mich leben können?‘ ‚Gerade so‘, sagten sie, ‚wie Taube, die nicht hören, aber mit dem Atem atmen, mit der Sprache reden, mit dem Gesichte sehen und mit dem Denkorgan denken.‘ Und das Gehör begab sich wieder hinein. Da zog das Denkorgan aus, und nachdem es ein Jahr lang in der Fremde geweilt, kehrte es zurück und sprach: ‚Wie habt ihr ohne mich leben können?‘ ‚Gerade so‘, sagten sie, ‚wie Einfältige, die nicht denken, aber mit dem Atem atmen, mit der Sprache reden, mit dem Gesichte sehen und mit dem Gehöre hören.‘ Und das Denkorgan begab sich wieder hinein. Als aber nun der Atem (Prāṇa) ausziehen wollte, da riſs er die anderen Lebensorgane mit heraus, gerade so, wie ein edles Roſs die Pflöcke der Fuſsfesseln mit herausreiſst. Da kamen sie alle zu ihm und sprachen: ‚Ehrwürdiger, komm, du bist der Beste von uns. Ziehe nicht aus!‘ ... Darum nennt man sie nicht die Sprachen, nicht die Gesichte, nicht die Gehöre, nicht die Denkorgane, sondern man nennt sie die Prāṇas, denn eben der Prāṇa ist sie alle.«[^1)