Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s9.64
Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s9.64
- Language
- German
v1.c8.s9.64
Es ist aber bemerkenswert, daſs diese Stelle, zu der sich sowohl in der buddhistischen wie in der späteren Sanskritlitteratur zahlreiche Parallelen finden lieſsen, einer der späteren Upaniṣads angehört. Denn die Maitrāyaṇa-Upaniṣad steht durch Sprache und Stil der klassischen Sanskritlitteratur näher als dem Veda und ist entschieden nachbuddhistisch¹). In den alten vedischen Upaniṣads finden sich nur erst die Keime des Pessimismus in der Lehre von der Nichtwirklichkeit der Welt. Wirklich ist ja nur das Brahman, und dieses ist der Ātman, die Seele, »welche über den Hunger und den Durst, den Schmerz und den Wahn, das Alter und den Tod erhaben ist«. »Was davon verschieden ist, das ist voll von Leiden«, — ato'nyad ārtam²).