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Geschichte der indischen Litteratur v1.c9.s8.3

Geschichte der indischen Litteratur v1.c9.s8.3

Language
German

v1.c9.s8.3

Der Zusammenhang des Harivamśa mit dem Mahābhārata selbst ist ein ganz äuſserlicher und beschränkt sich im wesentlichen darauf, daſs derselbe Vaiśampāyana, welcher dem Janamejaya das ganze Mahābhārata vorgetragen haben soll²), auch als der Vortragende des Harivamśa gilt. Anknüpfend an die Rahmenerzählung des Mahābhārata bittet zu Beginn des Anhangs Śaunaka den Ugraśravas, er möge ihm, nachdem er alle die schönen Geschichten von den Bhāratas erzählt, nun auch noch etwas von den Vṛṣṇis und Andhakas — den Familien, zu welchen Kṛṣṇa gehört — berichten. Darauf bemerkt Ugraśravas, ganz dieselbe Bitte habe Janamejaya nach dem Vortrage des Mahābhārata an Vaiśampāyana gerichtet, und dieser habe sodann alles das erzählt, was er selbst jetzt wiederholen wolle. So wird denn alles folgende dem Vaiśampāyana in den Mund gelegt. Aufserdem wird in einigen Versen am Anfange und einem ganzen langen Gesang am Ende des Anhangs¹) in überschwenglichen Versen das Lob des Mahābhārata mit Einschluſs des Harivamśa gesungen und das religiöse Verdienst hervorgehoben, das man sich durch das Rezitieren und Anhören der ganzen Dichtung erwirbt. Damit ist eigentlich alles erschöpft, wodurch sich der Harivamśa selbst als zum Mahābhārata gehörig kennzeichnet. Inhaltlich hat der Harivamśa mit dem Mahābhārata nicht mehr gemein als die Purāṇas. Es finden sich nämlich viele Sagen, insbesondere brahmanische Legenden und Mythen, welche im Mahābhārata vorkommen, in verschiedenen Versionen sowohl im Harivamśa als auch in den Purāṇas wieder.