Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.22
Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.22
- Language
- German
v2.c16.s3.t2.22
Ein einfaches und doch großartiges Bild: Die Gier, die Weltlust ist der »Hauserbauer«, der immer wieder ein neues Haus, d. h. einen neuen Körper in einer neuen Wiedergeburt aufbaut. Solche schlichte, aber eindrucksvolle Bilder und Gleichnisse begegnen uns in den Sprüchen immer wieder. So wird der Gleichmut des Weisen mit einem tiefen, spiegelglatten See oder mit einem unerschütterlichen Fels verglichen (81 f.). Oder es heißt: So wie der Löffel nichts vom Geschmack der Suppe hat, so hat der Tor nichts vom Verkehr mit dem Weisen; nur der Weise gewinnt durch den Umgang mit Weisen, wie nur die Zunge den Geschmack der Suppe genießt (65 f.). Wer mit unreinem Geiste spricht oder handelt, dem folgt das Leiden nach, wie das Rad dem Fuße des Zugtieres; wer mit reinem Geiste spricht oder handelt, dem folgt die Freude nach wie sein eigener Schatten (1 f.). Oder: »Nicht schnell, wie die Milch gerinnt, löst sich die böse Tat, die man getan, in ihre Folgen auf; brennend folgt sie dem Toren wie Feuer, das von der Asche bedeckt ist« (71). Solchen Bildern begegnen wir auf Schritt und Tritt, und auch sie erscheinen gerne paarweise. Es fehlt aber auch nicht an mehr gekünstelten Sprüchen mit jenen Wortspielen (z. B. 344), für welche die Inder von jeher eine Vorliebe hatten.
Cites (1)
- Dhammapada — Pāli