Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.44
Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.44
- Language
- German
v2.c16.s3.t2.44
Manchmal hat die Prosa eine persönliche Note, die in den Versen fehlt. So sagt der Buddha in Nr. 30 f., daß ihm zwei Dinge Schmerz bereiten, nämlich wenn ein Mensch nichts Gutes getan, und wenn ein Mensch Böses getan; und daß ihm zwei Dinge Freude bereiten, nämlich wenn ein Mensch nichts Böses getan, und wenn ein Mensch Gutes getan. Die Verse aber besagen nur, daß derjenige, welcher in Taten, Worten und Gedanken Böses getan, nach dem Tode in die Hölle sinke, während der Tugendhafte, der in Taten, Worten und Gedanken Gutes tue, nach dem Tode in den Himmel gelangen werde. Sehr hübsch sagt Buddha in der Prosa von Nr. 92: Selbst wenn ein Mönch den Saum meines Kleides aufhebt und mir Schritt für Schritt nachfolgt, dabei aber habgierig, leidenschaftlich, boshaft usw. ist, so ist er doch weit von mir und ich weit von ihm. Wenn aber ein Mönch hundert Meilen weit von mir wohnt und nicht habgierig, nicht leidenschaftlich, nicht boshaft usw. ist, so ist er mir doch nahe und ich bin ihm nahe. Daran schließen sich die ganz matten, allgemein gehaltenen Verse, in denen gesagt ist, daß der Habgierige, der Bösewicht, der Unzufriedene weit entfernt ist von dem Weisen, der zur Ruhe gelangt ist; während der Gute, der Ruhige, der Selbstlose dem Guten, dem Ruhigen, dem Selbstlosen sehr nahe ist. Es scheint fast, als ob hier ein Kompilator zwei Texte, den einen in Prosa, den anderen in Versen, zusammengeschweißt hätte, obgleich sie nichts miteinander gemein haben, als daß in beiden die Worte »nahe« und »fern« vorkommen.