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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.45

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.45

Language
German

v2.c16.s3.t2.45

In der Tat sind die Fälle nicht selten, wo die Prosa ein selbständiges Sutta darstellt und die Verse, die nachfolgen, nur eine entfernte, manchmal nur durch Wortanklänge hergestellte Beziehung zur Prosa haben. Ja, einige Stücke gibt es, wo Prosa und Verse gar nichts miteinander zu tun haben oder sogar einander widersprechen. In allen diesen Fällen haben wir wohl spätere Zusätze vor uns. Daß man einen Gedanken erst in Prosa ausdrückte und ihn dann in Verse kleidete, oder daß man eine Lehre in Prosa vorzutragen begann und dann in Versen fortfuhr, — das scheint eine alte Form der buddhistischen Dichtung zu sein. Als man dann die Texte, welche diese Form zeigten, in dem Itivuttaka zusammenstellte, wurden — vielleicht gleich von dem ersten Kompilator, vielleicht aber erst später — auch Prosatexte und Verse, die man anders woher nahm, nach demselben Muster vereinigt und der Sammlung eingefügt. Tatsache ist es, daß in der von Hiuen-Tsiang gemachten chinesischen Übersetzung der Itivuttakas viele der letzten Stücke unserer Sammlung fehlen¹), und daß einige dieser letzten Stücke sich im Aṅguttaranikāya wiederfinden. Es ist sehr wahrscheinlich, daß sie daher genommen sind. Nimmt man noch hinzu, daß eine Anzahl von Versen, mit verschiedenen Prosen verbunden, zweimal vorkommen, so steht wohl außer Zweifel, daß auch in dieser so kleinen Sammlung Älteres und Jüngeres vereinigt ist. Zu den Zusätzen gehören auch einige Stücke, wo die Prosa nur wie eine Art Kommentar zu den Versen aussieht. In den alten und echten Stücken aber¹) steht die Prosa den Versen weder an Wert noch an Alter nach. Und auch in den späteren Zusätzen kann es vorkommen, daß ein altes Prosastück mit jüngeren Versen vereinigt worden ist.

Cites (1)