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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.73

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.73

Language
German

v2.c16.s3.t2.73

Immerhin können diese Legenden auch in der Form, wie sie in den Balladen des Suttanipāta stehen, nicht zur ältesten Schicht buddhistischer Überlieferung gehören. Sie setzen bereits eine längere Geschichte der Buddhalegende voraus. Einer noch jüngeren Schicht gehört wohl der Pārāyaṇavagga, der letzte Abschnitt des Suttanipāta, an — wenigstens in der Form, in der er uns überliefert ist. Dieser Abschnitt beginnt mit einer Rahmenerzählung in Versen: Zu dem Brahmanen Bāvarī, der in seiner Freigebigkeit alles weggegeben hat, so daß er nichts mehr besitzt, kommt ein anderer Brahmane und verlangt 500 Goldstücke. Da er sie nicht bekommt, spricht er über Bāvarī den Fluch aus, daß nach sieben Tagen sein Kopf in sieben Stücke gespalten werden solle. Bāvarī ist in großer Angst, aber eine Gottheit rät ihm, sich an die Buddhas zu wenden. Hier folgt ein Hymnus auf Buddha, in dem auch seine 32 Körpermerkmale (zu denen u. a. auch die lange Zunge, mit der er sein ganzes Gesicht bedecken kann, und das von einer Hülle umgebene Glied gehören) gepriesen werden. Darauf sendet Bāvarī seine 16 Schüler, lauter gelehrte und berühmte Brahmanen, zum Buddha, und jeder richtet an ihn eine Frage, die dieser beantwortet. Die 16 Fragen und Antworten bilden den eigentlichen Kern der Dichtung. Auf die letzte Frage folgt ein Stück Prosa über die Wichtigkeit dieser Fragen und Antworten, was — ganz nach der Art und Weise gewisser buddhistischer Sanskrittexte — in Gāthās wiederholt wird. Ein zweiter Hymnus auf Buddha beschließt die Dichtung, ohne daß die Rahmenerzählung eigentlich abgeschlossen wird. Da gerade das Pārāyaṇa, wie oben (S. 72) erwähnt wurde, als alt bezeugt ist, wird wohl anzunehmen sein, daß uns die Rahmenerzählung nicht in ihrer ursprünglichen Form, sondern durch Zusätze entstellt, überliefert ist.

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