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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.45

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.45

Language
German

v2.c16.s5.45

Daß die Nidānakathā nicht zufällig dem Jātakakommentar vorgesetzt ist, sondern einen wesentlichen Bestandteil desselben bildet, geht daraus hervor, daß in den »Gegenwartsgeschichten« (Paccutpannavatthu) zuweilen auf die Nidānakathā zurückverwiesen wird. Da aber der Verfasser der letzteren an einer Stelle¹ ausdrücklich sagt, daß er von der Jātakaṭṭhakathā abweicht, und sich auf die »anderen Aṭṭhakathās« beruft, so folgt, daß er nicht einfach den singhalesischen Kommentar übersetzt, sondern diesen unter Benutzung anderer Kommentare frei bearbeitet hat. Leider fehlt uns jeder Anhaltspunkt für eine sichere Datierung des Jātakakommentars und damit auch der Nidānakathā. Eines aber ist sicher. Die großen Übereinstimmungen zwischen der Buddhalegende, wie sie in den Sanskritquellen erzählt wird, und der Nidānakathā beweist, daß die letztere auf derselben indischen Überlieferung beruht wie jene und daher wohl auch auf Kommentare zurückgeht, die aus Indien nach Ceylon gebracht wurden, und zwar zu einer Zeit, bevor noch die Mahāyānalitteratur in Indien entwickelt war. Denn die Nidānakathā stellt immerhin noch eine ältere Phase in der Entwicklung der Buddhalegende dar als Lalitavistara und ähnliche Sanskritwerke, selbst wenn die letzteren einer früheren Zeit zugeschrieben werden müssen.

Cites (2)