Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.99.3
Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.99.3
- Language
- German
v2.c16.s5.99.3
Ein Mönch errettet eine vor einem Vogel fliehende Schlange dadurch, daß er rasch einen Berg erschafft, in dem die Schlange verschwindet. Der Mönch Bakkula wird von einem Fisch verschluckt, bleibt aber heil und gesund, da es ihm bestimmt ist, Arhat zu werden. Sañjīva war im Zustande der Versenkung, wurde für tot gehalten und auf den Scheiterhaufen gelegt, aber die Flammen vermochten ihn nicht zu verbrennen. Die in Meditation versunkene Nonne Uttarā wird selbst durch siedendes Öl nicht verletzt. Die Schlange Nandopananda hatte sich um den Berg Meru herumgeschlungen und streckte ihre Köpfe bis zum zweiten Himmel, da kam der Heilige Moggallāna, verwandelte sich in eine noch größere Schlange, ringelte sich um Nandopananda und erdrückte diese samt dem Berg Meru. Einen langen und umständlichen, an die Purāṇas erinnernden Bericht über die Weltzeitalter und die Zerstörung und Wiedererneuerung der Welten enthält das 13. Kapitel¹) — Phantastereien, die gewiß auch nicht dem Gehirn Buddhaghosas entsprungen sind, sondern nur ältere Überlieferungen gläubig wiedergeben. Und wenn sich herausstellen sollte, daß uns Buddhaghosa in seinem großen Werke über die Lehre des Buddha wenig Neues und Wertvolles zu sagen habe, so müßten wir ihm doch für die Überlieferung alter Sagen- und Legendenstoffe dankbar sein.