Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.57
Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.57
- Language
- German
v2.c16.s8.t2.57
Eine besondere Art der erzählenden Dichtung bildet die überaus umfangreiche Litteratur der Caritras und Prabandhas. Die ersteren sind Lebensbeschreibungen der Tīrthakaras oder Jinas, der mythischen Herrscher (Cakravartins) und Heiligen (Ṛṣis) der Vorzeit, während die Prabandhas Erzählungen von Mönchen und Laien der historischen Zeit sind. Der Zweck beider Klassen von Werken ist die Erbauung. Sie sollen die Größe und Herrlichkeit der Jainareligion dartun, den Mönchen Stoff für ihre Predigten bieten und nebenbei die Zuhörer unterhalten. Daher sind die Prabandhas, wenn sie auch von historischen Persönlichkeiten handeln, doch mehr Anekdotensammlungen, als eigentliche Biographien oder geschichtliche Aufzeichnungen¹). Unter den Caritras gibt es solche, die das Leben einzelner Heiligen beschreiben²), und andere, in denen das Leben aller Tīrthakaras oder aller Heiligen überhaupt nacheinander beschrieben wird. Ein Werk der letzteren Art ist das Triṣaṣṭiśalākāpuruṣacarita des berühmten Jainamönches Hemacandra.
Cites (1)
- Triṣaṣṭiśalākāpuruṣacarita — Hemacandra, Sanskrit