Pramāṇa · Search · About · API

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.68

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.68

Language
German

v2.c16.s8.t2.68

Drei Mönche taten jeder ein Gelübde vor dem Meister. Der erste sagte, er wolle die vier Monate der Regenzeit hindurch vor einer Löwenhöhle sitzen; der zweite, er wolle ebenso lange vor dem Loch einer Schlange, deren bloßer Anblick tötet, verweilen. Der dritte erklärte, er wolle die ganze Regenzeit hindurch auf einem Schöpfrad sitzen. Da kommt der Mönch Sthūlabhadra herbei und erklärt, er wolle die vier Monate im Hause der Hetäre Kośā (deren Liebhaber er gewesen war, bevor er Mönch wurde) zubringen, ohne das Keuschheitsgelübde zu verletzen. Dieses gelingt ihm nicht nur, sondern Kośā wird auch zum Jainaglauben bekehrt. Nach Verlauf der Regenzeit kehren die vier Mönche zum Meister zurück, und dieser erklärt, daß Sthūlabhadra die größte Leistung vollbracht habe. Darob sind die anderen Mönche eifersüchtig, und der eine, der vor der Löwenhöhle gesessen hatte, gelobt, vor Beginn der nächsten Regenzeit dasselbe Kunststück zu vollbringen wie Sthūlabhadra. Er begibt sich zu Kośā, wird von dieser, die ihn durchschaut, leicht verführt, schließlich aber von dieser selbst wieder zur Reue und zum Mönchsleben zurückgeführt. Kośā selbst wird Nonne.