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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.97

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.97

Language
German

v2.c16.s8.t2.97

Der König Māridatta ist jung auf den Thron gekommen und ist ganz der Sinnenlust ergeben. Auf den Rat seines Hauspriesters schickt er sich an, seiner Hausgöttin Caṇḍamāridevatā ein großes Opfer darzubringen, bestehend aus einem Paar von jedem Lebewesen, einschließlich des Menschen. Māridatta selbst soll das Opfer vollziehen. Da bringen die Diener einen Jüngling und ein Mädchen herbeigeschleppt, ein Asketenpaar, das sie zum Menschenopfer ausersehen haben. Bei deren Anblick kommt eine Wandlung über den König. Es fällt ihm ein, daß diese beiden die Zwillingskinder seiner eigenen Schwester sein könnten, von denen er gehört hatte, daß sie der Welt entsagt und sich der Jainagemeinde angeschlossen hätten. Er läßt sich von den beiden ihre Geschichte erzählen, und es stellt sich heraus, daß sie tatsächlich seine Verwandten sind. Mit ihren Erlebnissen in verschiedenen Wiedergeburten beschäftigt sich der größte Teil der Erzählung, in die aber auch viele Erörterungen über die Lehren der Jainareligion eingeflochten sind. Dabei werden viele bekannte Dichter, wie Bhāravi, Bhavabhūti, Bhartṛhari, Guṇāḍhya, Vyāsa, Bhāsa, Kālidāsa, Bāṇa u. a. angeführt, die alle der Jainareligion Ehre erwiesen haben sollen. Die drei letzten Abschnitte bilden auch ein selbständiges, Upāsakādhyayana (»Lektionen für Laien«) genanntes Buch, das als Erbauungsbuch für Jainalaien dient. Mit der Bekehrung des Māridatta und seiner Hausgöttin zur Jainareligion endet das Werk.

Cites (1)