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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.98

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.98

Language
German

v2.c16.s8.t2.98

Dem Somadeva diente Bāṇas »Kādambarī« als Vorbild. Nach demselben Muster dichtete der Śvetāmbara-Jaina Dhanapāla (um 970 n. Chr.) seine Tilakamañjarī³). Ein anderer Roman nach Art der »Kādambarī«, der auch eine Jainalegende behandelt, ist der Gadyacintāmaṇi, »Wunschedelstein der Prosa«, des Oḍayadeva mit dem Beinamen Vādībhasiṃha¹). Der Verfasser war ein Digambara-Jaina, ein Schüler des Puṣpasena. Den Inhalt des Romans bildet die Legende von Jīvaka oder Jīvandhara²). Interessanter ist der bei den Jainas beliebte Märchenroman Malayasundarīkathā, den irgendein Jainamönch aus einem oder mehreren volkstümlichen Märchen in eine Jainalegende umgearbeitet hat. Eine wahre Flut der phantastischesten Wunder und Zauberstücke läßt hier den Leser kaum zu Atem kommen. Fast alle in der Märchenlitteratur bekannten Motive werden in den Roman hineinverflochten, der erzählt, wie Prinz Mahābala und Prinzessin Malayasundarī sich auf wunderbare Weise finden, wie sie immer wieder voneinander getrennt und immer wieder vereinigt werden. Erst ganz zum Schluß kommt der jinistische Aufputz, der aus dem volkstümlichen, sich mehr in tantrischen Zauberkulten bewegenden Märchen eine fromme Jainalegende macht³).

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