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Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s3.3

Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s3.3

Language
German

v3.c21.s3.3

Mindestens bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. würde die höfische Kunstdichtung zurückreichen, wenn der Grammatiker Pāṇini auch der Verfasser der einem Dichter Pāṇini zugeschriebenen Epen Pātālavijaya und Jāmbavatīvijaya sowie der diesem Dichter in den Anthologien zugeschriebenen Verse wäre¹). Keines der beiden Epen ist uns erhalten, und es ist sogar ungewiß, ob Pātālavijaya und Jāmbavatīvijaya zwei verschiedene Werke oder nur Titel eines und desselben Werkes sind. Der Dichter Rājaśekhara sagt in einem seiner Verse: »Heil dem Pāṇini, der durch Rudras Gnade zuerst die Grammatik und nachher das Gedicht Jāmbavatīvijaya verfaßt hat!«²) Ob dieser Rājaśekhara, dem in den Anthologien zahlreiche Verse über Dichter zugeschrieben werden, der Dramatiker Rājaśekhara (Ende des 9. und Anfang des 10. Jahrhunderts n. Chr.) oder irgendein anderer Rājaśekhara ist, — jedenfalls ist das ein zu spätes und zu unsicheres Zeugnis, um den Grammatiker, der am Ausgang der vedischen Zeit seine berühmte Grammatik verfaßte, mit einem Dichter zu identifizieren, dessen Sprache von der des Kālidāsa kaum verschieden ist. Noch schwerer fällt es ins Gewicht, daß sich in einem von Namisādhu (in dem 1068 verfaßten Kommentar zu Rudraṭas Kāvyālaṃkāra) zitierten Vers aus Pāṇinis Pātālavijaya ungrammatische Formen finden, die man unmöglich dem Grammatiker zuschreiben kann.

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