Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.31
Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.31
- Language
- German
v3.c21.s8.31
Zu diesen Bildern aus dem Leben kommen in anderen Liedchen Naturbilder. In vier kurzen Zeilen werden da Stimmungsbilder aus der Regenzeit oder dem Herbst entworfen, oder ein Sommermittag wird geschildert, oder es ziehen liebliche Frühlingsbilder an unserem Auge vorüber. Wir sehen Bienen um Blumen und Blüten schwärmen. Wir erleben ein Gewitter mit. Auch Bilder aus dem Tierleben sind nicht selten. Wir sehen ein verliebtes Elefantenpaar, Bulle und Kuh als Verliebte, Affe und Äffin in einer komischen Situation. Vom Pfeil des Jägers getroffen, blickt ein Antilopenweibchen lange nach dem Geliebten aus. Hier trinkt ein Pfau die an den Grasspitzen hängenden Regentropfen, dort sitzen Krähen mit eingekrümmtem Hals unbeweglich, indem sie nach dem Regen ihre Flügel hängen lassen. Oft ist das Bild nur ein Vergleich. Die Wolken zerstreuen sich — der Vindhyaberg zieht gleichsam seinen Mantel aus. Oder die mit gelben Blüten geschmückte Erde sieht aus, als wären Mönche (mit gelben Kutten) zur Verehrung des Buddha auf die Erde hingesunken¹).