Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.57
Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.57
- Language
- German
v3.c21.s8.57
Nicht aus der Prākritlyrik, sondern parallel mit ihr entwickelte sich die Sanskritlyrik. Da wir aber die berühmten buddhistischen Preislieder des Ašvaghoṣa nur vom Hörensagen, die des Mātṛceta nur in Bruchstücken kennen¹ und uns von Bhāsas Liedern nur wenige Strophen in den Anthologien erhalten sind, ist für uns der erste große Sanskritlyriker Kālidāsa. In seinen epischen und dramatischen Dichtungen ist ja Kālidāsa mehr oder weniger Lyriker, und wohl das Beste, was er in der Liederdichtung geschaffen hat, ist in manchen Stücken seiner Epen und vor allem in den Dramen enthalten. Stets ist ja Kālidāsa auf der Höhe seiner Kunst, wo er Stimmungsbilder bringt, in denen Naturschilderungen und menschliche Gefühle ineinanderfließen. Seine berühmteste lyrische Dichtung ist aber das Meghadūta, »das Gedicht von der Wolke als Boten«[^2), das die Inder unter ihren großen Epen (mahākāvya) aufzählen. Es kann als »Epos« insofern bezeichnet werden, als die lyrischen Strophen episch eingerahmt sind. Der Inhalt ist folgender:
Cites (1)
- Meghadūta — Kālidāsa, Sanskrit