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Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.70

Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.70

Language
German

v3.c21.s8.70

Für die Berühmtheit des Meghadūta in Indien zeugen auch die überaus zahlreichen Nachahmungen des Gedichtes in der späteren indischen Litteratur. So ist der Dichter Dhoī der Verfasser eines Pavanadūta¹ oder »Windboten«, in welchem ein Gandharvamädchen dem König Lakṣmaṇasena, in den sie verliebt ist, eine Botschaft durch den Wind sendet. Eine sklavische Nachahmung des Meghadūta ist das Gedicht Śuka-saṃdeśa² von einem Dichter Lakṣmīdāsa, wo ein Papagei die Stelle der Wolke vertritt. Auf die Liebe zwischen Rādhā und Kṛṣṇa beziehen sich die Gedichte Haṃsadūta von Rūpa Gosvāmin (16. Jahrhundert), Padāṅkadūta von Kṛṣṇa-śarman Sārvabhauma (1723 verfaßt), zwei verschiedene Gedichte mit dem Titel Uddhavadūta, eines von einem unbekannten Verfasser, das andere von einem Dichter Mādhava, der im 17. Jahrhundert gelebt haben soll³). Wichtiger als diese und ähnliche späte Nachahmungen sind wegen ihres Alters die schon erwähnten Jainadichtungen Pārśvābhyudaya und Nemidūta¹). Auch von den Buddhisten in Ceylon ist Kālidāsas Meghadūta nicht nur ins Singhalesische übersetzt, sondern auch nachgeahmt worden²). Selbst nach Tibet ist der Ruhm des Kālidāsa gelangt, und eine tibetische Übersetzung des Meghadūta — wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert n. Chr. — ist dem Tandschur einverleibt worden³).

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