Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.80
Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.80
- Language
- German
v3.c21.s8.80
Aus der Schilderung des Sommers:
11. »Nach Wasser eilt die durstende Gazelle,
Vor Hitze glühend und mit trocknem Gaum,
Wenn, ähnlich einem trunknen Elefanten,
Gewölk erscheint am fernen Waldessaum.«
12. »Die Schlange, von der Sonne Strahl durchglühet,
Im brennendheißen Staube hingestreckt,
Hat endlich seufzend sich herangewunden,
Wo schattig sie der Schweif des Pfauen deckt.«
13. »Der Löwe keucht mit durstigwundem Rachen,
Verfolget nicht den Elefanten mehr;
Der kühne Mut ist ihm dahingeschmachtet,
Die Mähne starrt, die Zunge zittert schwer.
14. Der Elefant, von heißem Durst getrieben
Und aufgezehret von der Sonne Glut,
Er schlürft mit trocknem Rüssel Tauestropfen,
Ist unbekümmert um des Leuen Wut.«
Aus der Schilderung der Regenzeit:
3. »Die Wolken zieh'n mit ihrer Last hernieder,
Begleitet von der durst'gen Vögelschar;
Mit ohrentzückendem Getöne spenden
Allmählich sie den reichen Segen dar.«
6. »Den Strahlenschweif in Fülle ausgebreitet,
Beginnt den muntern Tanz die Pfauenschar,
Und zärtlich bringet sie zum Liebesfeste
Genuß und Kuß dem treuen Buhlen dar.«
7. »Die wilden Ströme, gleich den losen Mädchen,
Ergreifen liebeslüstern wie im Nu
Die Uferbäume, welche ringsum taumeln,
Und eilen rasch dem Ozeane zu.«